Sonntag, 22. Januar 2012

[BUCH / REZENSION] ... Insel der besonderen Kinder ...

 Bereits vor zwei Monaten habe ich das Buch beendet und zur Seite gelegt. Eine Rezension wollte ich jedoch nicht schreiben, denn ich habe es fast schon befürchtet, dass ich dem Buch Unrecht tun würde, sollte ich es gleich bewerten müssen.


Die Zeit verging und meine Gedanken zur Insel der besonderen Kinder änderten sich immer mehr und mehr zum Positiven. Doch was war der Grund meiner Enttäuschung zu Beginn?


Es ist schwer zu sagen, aber ich habe ein völlig anderes Buch erwartet. Ich habe mich von Anfang an in die Fotos verliebt und dachte sie würden tatsächlich eine realistischere Geschichte erzählen, als es dann letztendlich war...auch die Tatsache, dass der Roman wirklich für ein sehr junges Publikum (14-16 Jahre, ich würde sogar auf noch jünger tippen) ausgelegt ist hat nicht gerade zu meiner Freude beigetragen...aber nun bin ich so weit abgekühlt, dass ich ein einigermaßen ehrliches Urteil abgeben könnte...wollt ihr denn überhaupt noch weiter lesen? :)


                                    Inhalt                                


Wie viele Großväter erzählt auch Jacobs Opa dem Jungen spannende Geschichten. Doch anders als bei anderen Menschen, erzählt er keine Kriegserinnerungen oder erfundene Heldentaten sondern berichtet von einer Insel auf der besondere Kinder leben sollen. Als Beweis zeigt Abraham seinem Enkel alte Fotografien, auf denen die Kinder ihre Besonderheiten zeigen. Ein Junge, der einen Felsen stemmt, ein schwebendes Mädchen und und und. 


Lange glaubt Jacob an diese Erzählungen doch je älter er wird, desto vernünftiger erscheint ihm die Erklärung, dass alle diese Fotos manipuliert worden sind. Irgendwann will er nichts mehr von seinem Opa hören. Dieser ist zwar gekränkt aber erfüllt dem Jungen seinen Wunsch und spricht nie wieder davon....


Die Jahre vergehen und der alte Mann wird gebrechlich und scheint an Paranoia zu leiden. Daher nimmt Jacobs Vater dem Großvater die Schlüssen von seinem üppig gefüllten Waffenschrank, denn wer weiß was er damit anstellen könnte. Da bekommt Jacob eines Tages einen Anruf von seinem aufgelösten und zu Tode verängstigen Opa. Dieser will nichts mehr als die Schlüssel um eine Waffe zu holen um sich gegen die Monster der Vergangenheit zu wehren, die ihn doch noch eingeholt haben. Jacob beschließt selbst hinzufahren um seinen Opa zu beruhigen. Doch er kommt zu spät. Dieser liegt bereits im Sterben, alles um ihn herum ist voller Blut...




                                    Kritik                                


Hier beginnt also das Abenteuer. Denn plötzlich bildet sich Jacob ein, das Monster, das seinen Großvater ermordetet hatte, gesehen zu haben. Und so kommen die Erinnerungen an alte Zeiten zurück und er beschließt die Insel aufzusuchen um Antworten zu bekommen...


Was unheimlich spannend beginnt, findet für mich ein abruptes Ende. Denn recht schnell wird die Geschichte ziemlich fantastisch und durchscheinend. Echte Monster, Menschen aus der Vergangenheit, die in Zeitschleifen leben, Frauen die sich in Vögel verwandeln und ein Show-Down, das sogar Bruce Willis neidisch macht. Das Ende recht pathetisch. "Weniger ist mehr" hätte an dieser Stelle eher gepasst. Aber vielleicht stehen kleine Jungs drauf?


Ich will den Roman jetzt nicht schlecht machen sondern einfach nur deutlich die Unterschiede zwischen Anfang und Ende aufzeigen. Denn das Buch beginnt unheimlich, wirklich düsten und gruselig aber doch realistisch. Die Gefühle, die Jacob für seinen Großvater hegt sind so real, dass man in seiner Trauer aufgeht und mitfühlt. Und auch der Weg zum Waisenhaus ist noch voller Emotionen und steckt voller Potential und dann kommt der krasse Gegenteil.


Handlung, Handlung und noch mal Handlung, und das immer gefühlloser und sachlicher. Wie auf der Jagt rennt Riggs durch das Buch um scheinbar alle seine Ideen auf einmal einbringen zu wollen und vergisst dabei völlig Atempausen einzulegen. Und es ist nicht so, dass ich von Spannung schreibe. Nein, es geht um pure Handlung! Teilweise wird seitenlang eine Situation beschrieben, die zwar den Alltag der Kinder spiegelt und vielleicht sogar sehr interessant geworden wäre, wenn der Autor uns nicht so durchgehetzt hätte, sondern sich Zeit für Einzelheiten gelassen hätte. Im Nachhinein denke ich, dass er uns vielleicht mit allem vertraut machen wollte (denn es handelt sich hierbei scheinbar um eine Trilogie... Aber dafür hätte das Büchlein doch dicker sein müssen.


Ich empfand den Roman als gehetzt, zumindest ab der Mitte aber kann mir doch vorstellen, dass der zweite Teil den ersten übertreffen könnte. Denn darin kann man wohl fest von Zeitreisen ausgehen, vielleicht sogar von echten historischen Ereignissen gepaart mit Spannung und Fantasy.


Besonders schön waren natürlich die alten Fotografien, mit denen der Roman vollgespickt ist und die Geschichte ein Stück realer wirken lässt. Manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, Riggs würde zu arg auf die Bilder eingehen und sich dadurch selbst ein wenig hemmen. 


                                   Fazit                                 


Geniale Idee, toller Anfang aber leider viel zu gehetzter und zu voll gepackten Mittelteil und das Ende mit zu vielen fantastischen Elementen. Hier hat der Autor eindeutig zu schnell und zu viel an Fahrt gewonnen und konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Weniger von allem wäre hier mehr gewesen!
Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Jugendliche, die nicht zu sehr an Details hängen, dieses Buch lieben würden und vielleicht die Raserei, die mich gestört hat, nicht mal bemerken würden...







Handlung          4/5
Charaktere        3/5
Lesespaß          3/5
Sprache           4/5
Preis/Leistung    4/5

3,6 Sterne!!!

5 Kommentare:

Ich hab's auch noch hier liegen - bin aber leider noch nicht dazu gekommen es zu lesen :-( Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt, wie es mir gefallen wird.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

MacBaylie

Hi dyabolli,

ich find es immer wieder spannend wie unterschiedlich manchmal die Empfindungen sind. Ich hab dem Buch auch 4 Sterne gegeben aber meine Rezension viel etwas positiver aus.

Gehetzt... hm, so hab ich es zwar nicht empfunden, also nicht übetrieben. Doch ist es logisch da die Kinder ja auf der Flucht sind. Und emotional hab ich es eigentlich immer empfunden. Wenn sicher nicht in der gleichen intensität wie zu beginn, denn auf der Flucht bleibt einem nicht viel Zeit dazu.

Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt wie der 2. Teil dann ausfällt.

Liebe GRüsse
Alexandra ;)

Hallo Alexandra,
ich habe mich letzten Endes doch noch zu einer 3,5 Sterne Bewertung durchgerungen, denn ich fand wirklich, dass sich der Autor zu sehr an die Fotografien klammerte. Ich bin auch der Meinung, das Buch wäre viel positiver ausgefallen, wenn es dicker wäre...der Stoff darin würde für mindestens 500 Seiten reichen.

Aber ja, alle Eindrücke sind subjektiv und es hängt auch viel davon ab was man mag und was nicht...ich mag mehr Gefühle und weniger Action, vielleicht war ich deswegen enttäuscht...ich habe aber auch nicht so viel Fantasy erwartet und wurde auch in dem Bereich überrumpelt...für mich hat das Buch irgendwie seine Magie verloren...vielleicht waren einfach nur die Erwartungen zu hoch...das ist ja meistens der Fall bei schlechten Rezensionen...

Hey, ich hab das Buch auch inzwischen gelesen und kann dir da eigentlich nur zustimmen. Auch ich konnte mich bisher nicht zu einer Rezension durchringen, weil ich noch nicht so ganz genau weiß, was ich dazu schreiben soll. Nicht weil ich das Buch schlecht fand, aber es hat auch einfach nicht so ganz meine Erwartungen erfüllt. Ich hab mit was gruseligem gerechnet und das war es nun ganz und gar nicht.

LG Blue

Hallo, ich bin mal regelmäßiger Leser deiner Seite geworden. Schön ist sie :-) Das obige Buch steht bei mir schon auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) und ist bald dran..

Würd mich freuen, wenn du auch mal vorbei schaust.

Lg, Sharon

sharonsbuecher.blogspot.com

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