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Montag, 17. Oktober 2011

[HINTERGRUND / REZENSION ] ... catching fire ...

Von meiner kombinierten  Lese - Hörmethode habe ich Euch ja bereits erzählt, und auch die Cover der englischen und deutschen Ausgaben verglichen. Nun sollte ich aber auch die limitierte Auflage erwähnen, denn diese ist nun ganz in schwarz gehalten mit goldenen Lettern. Das einzige was an die "normalen" deutschen Bänder erinnert ist die Schrift von 'Panem' und die gleichen Farben der Blätter auf den Buchrücken. Ich finde die weniger auffälligen Ausgabe viel schöner, da schlichter. Sieht nicht so sehr nach "Jugendbuch" aus ;) Außerdem haben die Bücher nun auch einen Schuber bekommen, der genau wie die Bücher schwarz ist und die goldene Schrift trägt. Zum Papier kann ich leider nichts sagen, da ich mich noch nicht getraut habe die Folie zu entfernen ;) ich bin eben eine Sammlerin ....auch zu den Auflagenzahlen schweigt sich der Verlag aus und antwortet auch nicht auf meine Mails. Da kommt leicht der Verdacht auf, dass die "stark limitierte Auflage" nichts weiter als eine Werbemethode ist, und die Bücher so lange gedurckt werden bis die Nachfrage gedeckt ist. Was haltet Ihr davon? Ich werde der Sache aber noch auf den Grund gehen...

Inhalt von Gefährliche Liebe bzw. Catching Fire:
Die siebzehnjährige Katniss hat die grausamen Hungerspiele überlebt, zusammen mit ihrem Freund Peeta. Das bedeutet ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12, außerdem genug zu essen für ihre Familien. Aber all das kann Kat nur kurz genießen: Sie muss als Siegerin öffentlich für das verhasste Kapitol posieren und weiter mit Peeta das Liebespaar spielen. Auf der Tour der Sieger durch die unterjochten Distrikte werden die beide Zeugen von brutaler Gewalt, aber sie entdecken auch Anzeichen für einen Aufstand. Und dann schlägt das Kapitol mit voller Wucht zu: Um jeden Widerstand zu brechen, werden die Teilnehmer der diesjährigen Hungerspiele aus den Reihen aller früheren Sieger ausgelost – und Kat und Peeta müssen zurück in die Arena. Gegen zweiundzwanzig erfahrene Kämpfer treten sie an, aber mit gegenteiligen Zielen: Während Peeta Kat schützen will, wird Kat diesmal alles tun, damit Peeta überlebt. Allerdings haben sie beide keine Ahnung davon, was inzwischen hinter den Kulissen geschieht ... 
Meine Meinung:
Ich habe dieses Mal absichtlich den Buchinhalt von amazon.de übernommen weil dieser Inhalt irgendwie an mir vorbei gegangen zu sein scheint...ich habe wirklich die ganze Zeit damit gerechnet, dass es in dem zweiten Teil keine Hungerspiele geben wird, zumindest nicht für Katniss und Peeta. Und daher habe ich auch nicht mehr so viel von dem Buch erwartet.
Für mich persönlich war es eine unglaubliche Überraschung zu erfahren, dass die beiden noch einmal antreten müssen und ich denke der Verlag sollte nich unbedingt mit dieser Info so schnell rausrücken, denn für mich hatte dieser Überraschungseffekt sehr viel Positives! Warum wird auch im Klapptext oft schon so viel verraten?
Auf jeden Fall habe ich den Roman nun ganz anders erlebt und war froh darüber diese Gefühlsachterbahn noch einmal fahren zu dürfen. Wieder also die Arena, wieder muss man sich um die beiden Protagonisten sorgen, auch wenn man bereits weiß, dass sie es unbeschadet überleben (denn schließlich gibt es ja noch einen dritten Teil ;) Für mich ist der zweite Roman genau so spannend und gut wie der erste...daher würde ich mich lieber einem ganz anderen Thema widmen:
Hintergrund:
 Viele Rezensenten schreiben, dass sie bei dem Roman an das Buch oder den Film  "Battle Royale" erinnert werden (der übrigens in unserer Videothek bei den Filmen ab 18 steht --> direkt neben den Pornos ;) Da geht es um eine 9. Klasse, auf die statt einer Klassenfahrt ein Ausflug in die Hölle erwartet, denn als die Schüler plötzlich einschlafen und wieder erwachen, befinden sie sich auf einer Insel und tragen Halsbänder mit einem Sprengsatz. Ein Lehrer erklärt Ihnen die Regeln:
1. Man muss seinen Gegenüber töten.
2. Wer nicht tötet, wird getötet, denn am Ende gibt es nur einen Sieger.
3. Es werden Zonen ausgewählt, die für den Rest des Spieles zu verbotenen Zonen werden. Wer eine solche verbotene Zone betritt stirbt durch den Sprengsatz im Halsband.
4. Wer versucht die Insel zu verlassen stirbt durch den Sprengsatz im Halsband
5. Wenn 24 Stunden lang keiner stirbt, sterben alle noch lebenden durch den Sprengsatz im Halsband.
6. Jeder Schüler erhält eine Tasche mit Proviant und einer Waffe.
Klingt doch ähnlich nicht wahr? "Battle Royale" ist aber bereits seit über 10 Jahren auf dem Markt und daher kann man mit Sicherheit sagen, dass Suzanne Collins so etwas wie "Ideenraub" betrieben hat. Ich will es nicht als Plagiatie bezeichnen und möchte auch nicht schlecht über Sie und das Buch urteilen, denn wir alle sind gleich und holen uns die Inspiration von anderen. Selten kommt einer von ganz alleine auf etwas Geniales. Aber die Parallelen sind extrem. Nur, dass Suzanne Collins in ihrem Buch unvergessliche Persönlichkeiten und Liebesgeschichten eingeflochten hat. Und das ist der Punkt! Genau deswegen konnte sie mit ihren Büchern Erfolge feiern. "Battle Royale" mit seiner Gewalt und Brutalität ist zu Beginn beinahe untergegangen. Denn darin geht es nur um das Morden und Überleben, keine bleibenden Charaktere um die mach sich sorgt. Ich denke, nur als Film konnte diese Geschichte überhaupt bestehen - als Horrorfilm!
Aber, das ist noch nicht alles! Denn bei "Battle Royale" gibt es keine Fernsezuschauer, höchstens kurze und knappe Reportagen in der Zeitung. Da interessiert sich keiner für das Gemetzel. Hatte Collins doch eine eigene, geniale Idee? Wohl kaum, denn bereits in den Achzigern kam unter dem Pseudonym "Richard Bachmann" das Buch "Running Man" heraus. Kein geringerer als Stephen King hat es geschrieben. Später wurde der Roman mit Arnold Schwarzenegger verfilmt. Und worum geht es darin?
 
Um ein Spiel, das doch ein wenig an Tribute von Panem erinnert. Der Film und das Buch spielen in einer nicht all zu fernen Zukunft (Im Buch glaube ich das Jahr 2025 im Film  2019) Wie in Panem wird das Volk von einem totalitären Regime beherrscht und die Zuschauer können das Blutige Spiel über den Fernseher verfolgen. Weiter möchte ich mich nicht vertiefen, denn Buch und Film sind ziemlich unterschiedlich aufgebaut und es hätte keinen Sinn beides zu erzählen.
Und warum schreibe ich das alles? Zum einen um zu zeigen, dass die Panem Bücher aus verschiedenen bereits da gewesenen Ideen bestehen und zum Anderen, um den Erwachsenen unter den Lesern ein paar Alternativen aufzuzeigen. Vielleicht habt Ihr ja Lust etwas Ähnliches zu lesen?! Ich habe "Running Man" sehr gemocht und das Buch ist glaube ich grade wieder unter dem Titel "Menschenjagt" erschienen und ist wirklich lesenswert! Da der Film einen ganz anderen Weg nimmt, könnte dieser natürlich auch mal in Betracht gezogen werden :) 
Und nun wieder zurück zu "Catching Fire" oder "Gefährliche Liebe" --> was für ein schrecklicher Titel das doch ist!!! Müsste der so ktischig werden?
Fazit:
Ich habe das Buch wie bereits Teil eins förmlich verschlungen und es genau so toll gefunden. Nur ein paar Kleinigkeiten haben mich hier und da gestört. Wie kann Katniss zum Beispiel so friedliebend sein, und dann ohne mit der Wimper zu zucken töten? Ich hätte Ihr eigentlich mehr zugtraut! Trotzdem bekommt Teil 2 von mir 5 Sterne :) 

Freitag, 7. Oktober 2011

[VERGLEICH] ... catching fire ...

Liebe Leser,

wenn ich mich die letzten Tage zu wenig gemeldet habe, dann ist es alleine Suzanne Collins´Schuld. Denn nach langer Zeit Pflichtlektüre (ich meine damit die Leseexemplare) wollte ich einfach nur mal das lesen wozu ich wirklich Lust hatte und das ist "Catching Fire", der zweite Teil der Tribute von Panem. Ich habe nach dem ersten Buch alle Teile auf Deutsch und Englisch gekauft - "Catching Fire" hatte ich sogar als Hörbuch. Und da lag ich dann im Bett mit 2 Büchern und einem Hörbuch. Wie sollte ich nun lesen? Nach einigen Kombinationsversuchen bin ich dann zu einer wunderbaren Lösung gekommen und zwar habe ich das Buch auf Englisch gehört und das deutsche schön daneben gehlaten um nachzulesen wenn ich mal ein Wort nicht verstehe. Zu Beginn war es doch ein wenig schwer, denn deutsche Worte und dazu englischer Ton haben mich verwirrt aber nach und nach wurde es immer besser und ich kann diese Lösung jedem empfehlen, der eine Sprache üben möchte. Man muss sich nur zwingen, nicht die ganze Zeit mitzulesen, sondern nur dann, wenn man tatsächlich etwas nicht versteht. An spannenden Stellen konnte ich aber nicht widerstehen und las dann doch, weil die Sprecherin einfach zu langsam war...

Was solls...nun bin ich mit dem zweiten Buch fertig (die Rezension folgt) und hätte jetzt gerne dasselbe mit dem dritten gemacht aber leider muss man auf das Hörbuch an die 14 Tage warten :( Hat vielleicht einer von Euch das englische Hörbuch von "Mockingjay" ?

Eigenlich wollte ich aber über die Aufmachung der Bücher mit Euch plaudern. Welche Cover findet ihr schöner? Ich fand die deutschen eine Zeit lang interessanter aber nun gefallen mir die Original ein wenig besser vor allem Teil 2 und 3. Denn der Schutzumschlag sieht und fühlt sich sehr metallisch an und reflektiert so schön das Licht. Und auch ohne den Schutzumschlag sieht das Original viel edler aus. Schaut euch vor allem das 2 Detail Bild an:



Na? Sehen die Originalcover nicht edler aus? Da wird sogar mit Gold und Silber gearbeitet. Das deutsche Buch ohne Umschlag verliert dabei gleich an Wert...

 Und dann finde ich auch die deutschen Titel so schrecklich. Warum konnte man das Buch nicht einfach "Hungerspiele" nennen? Die deutschen Untertitel sind auch idiotisch! "Gefährliche Liebe" igitt, igitt!! Da klingt "Catching Fire" doch viel besser und passt auch wunderbar zum Inhalt. Bei "Mockingjay" bin ich mir jedoch nicht sicher...denn alleine das deutsche "Spotttölpel" lässt mich dauernd darüber stolpern...klingt einfach nicht so schön wie "Mockingjay" aber "Flammender Zorn"? Wie pathetisch!!! bähh...

Was die Deutschen jedoch viel besser können als der Rest der Welt, sieht man auf diesen Bildern:



Auf dem ersten Bild sieht man es vielleicht nicht ganz so gut, aber auf dem zweiten wirds deutlich: Das Papier der Originalausgaben ist bereits total gelb, und auch der Schnitt ist unsauber und die Seiten allgemein viel dünner und empfindlicher. Und da verstehe ich, warum deutsche Bücher im Schnitt teurer sind als sonst wo auf der Welt. Denn die Papierqualität habe ich noch nirgends sonst bekommen! 

Nun, das wars dann auch...wer also den dritten Teil als Hörbuch auf Englisch hat, bitte dringend melden!! 

Und was gibt es sonst noch? Ja, ich arbeite gerade an einem neuen Layout wobei ich dazu nur wenig Zeit habe, denn gleichzeitig muss ich mich noch auf eine Prüfung vorbeireiten...ich denke danach kann ich mich wieder besser auf den Blog konzentrieren. Die Aktion "Wir machen dieses Buch fertig" hat bereits 21 Teilnehmer und das Buch ist gerade auf dem Weg nach Österreich! Sobald es dort ankommt, werde ich darüber berichten!



Dienstag, 7. Dezember 2010

[HINTERGRUND, KRITIK] ...Kritik an John Boyne...

Dauernd laufe ich John Boyne über den Weg. Mal in einer Videothek ( Der Junge im gestreiften Pyjama ) mal in einem Buchladen, letztens sogar beim Discounter und jedes Mal werde ich wütend! Bin ich die Einzige die sich über die schlechte Recherche, fehlerhafte Darstellungen und über die völlig idiotische Übersetzung der Bücher ärgert?!
Sowohl "der Junge im gestreiften Pyjama" als auch "das Haus zur besonderen Verwendung" strotzen nur so vor Fehlern und trotzdem überall die höchste Sternzahl! Bin ich so empfindlich oder lassen sich andere "nur" unterhalten aber achten überhaupt nicht auf den historischen Inhalt.
Bei Gott, ich bin nicht gerade eine Leserin historischer Romane aber wenn ich eines in der Hand halte, muss es Hand und Fuß haben, denn schließlich behält man durch das Lesen viele Fakten im Kopf! Und dann sollten es wirklich auch FAKTEN und TATSACHEN sein und nicht Phantasien eines Ir(r)en!!
Leider ist es schon länger her, dass ich "den Jungen im gestreiften Pyjama" gelesen habe aber einige Sachen sind mir doch so bitter aufgestoßen, dass ich mich noch immer dran erinnern kann. Zum Beispiel die falsche Aussprache der Worte "Furor" statt "Führer" oder "Auswisch" statt "Ausschwitz". Zunächst dachte ich daran es könnte sich um eine erfundene Welt handeln, quasi als Parabel - doch "Hitler" hat leider gar nicht in diese Welt gepasst, dafür hätte auch sein Name anders klingen müssen...
Also habe ich recherchiert und bin irgendwann darauf gekommen, dass die Aussprache auf Englisch einen Sinn ergibt. Und zwar bleiben die Namen im Englischen unverändert und sind somit für englischsprechende Kinder schwer auszusprechen. Geht also einer davon aus, dass die deutschen englisch sprechen macht es Sinn ;) klingt kompliziert aber ich hoffe ihr versteht was ich meine...
Was aber weiterhin bedeutet, dass hier die Übersetzer versagt haben!!! So etwas darf nicht einfach Wort wörtlich übernommen werden, sondern muss an DEUTSCHE Leser angepasst sein, die sicherlich keine Probleme mit "Führer" haben...
Aber nicht nur die Übersetzer haben versagt. Auch John Boyne hätte sich über das Lager informieren sollen! Vielleicht auch mal dorthin reise?! Ein Loch im Zaun und weit und breit keine Wache?! Von mir aus, ich lasse es durchgehen. Aber die Aussage, der kleine würde gerne mit seinem Freund in Pyjama tauschen, denn dieser hätte es so gut, er müsse sich nie normale Kleidung anziehen! Wie dumm, wie gefühllos muss einer sein um das Leid, den Hunger der Gefangenen nicht zu sehen? -- Tut mir leid, das geht gar nicht!
Und auch die Pyjamas und Gaskammern haben rein gar nichts mit einander zu tun, denn wer einmal ins Arbeitlager kam und sein "Pyjama" bekam, verhungerte, wurde gefoltert oder erschossen aber nicht zum "Duschen" in die Gaskammer geschickt!!!
So etwas in einem historischen Buch ?! --> NEIN NEIN NEIN!!!
Nun das zweite Werk "Das Haus zur besonderen Verwendung". Dieses Mal stimmen die groben Tatsachen. Es wundert mich nur, warum John Boyne - obwohl seit Anfang der 90er bekannt - die Anastasia rettet statt Maria von der man tatsächlich jede Spur vermisst!! Aber auch das ist künstlerische Freiheit.
Vielmehr ärgere ich mich mal wieder über die schlechte Übersetzung. Soja kenne ich sehr gut, als Vegetarier hat man öfters damit zu tun aber als Namen ?! Nicht mal die Russen würden ihre Frauen so schimpfen! Klar, in den 50er Jahren hat man Zoya in Deutschland noch als "Soja" übersetzt weil nur wenige Bürger gewusst hätten wie man das englische "z" ausspricht. Heutzutage heißen unsere Kinder alle Justin, Jaqueline und Zoe und jeder weiß wie das ausgesprochen wird. Deswegen hätte man auch den Namen bei "Zoya" belassen müssen und nicht in Tofu verwandeln...
Auch ärgert mich der Stilbruch in der deutschen Übersetzung. Zunächst wird ein Kind liebevoll ( zumindest klingt es so, hat jedoch keine Bedeutung ) "schwipsik" genannt und kurz darauf nennt der Zar seine Frau "sunny" was nun? englisch oder "möchtegern" russisch? Irgendwie herrscht da Disharmonie...
Dann wieder mal Kritik auch an John Boyne. Ist es so schwer ein russisch - englisches Wörterbuch zu besorgen und die Worte Mama und Papa nachzuschlagen? Denn diese beiden heißen genau gleich wie in deutschen.  "Mascha" und "Pascha" was Boyne benutzt sind dagegen zwei Namen - Mascha ist die Verkleinerung von Maria, Pascha die Verkleinerung von Pavel also von deutschen Paul :)
 
Auch mit Verkleinerungen der Namen hat der Mann Probleme. Zum Beispiel  die Verkleinerung von "Georgi" heißt Grischa...
Und dann eine weitere Kleinigkeit die mich nicht in Ruhe lässt. Irgendwo in der Mitte der Geschichte sagt einer "Der Mann hätte einen "slawischen Akzent" und könnte aus Rumänien oder Bulgarien kommen! Lieber Herr Boyne, mit Bulgarien ging es zwar gut, aber nur weil Rumänien in der Nähe liegt, haben die Menschen dort eine völlig andere Sprache und alles andere als einen slawischen Akzent!!!
Nun ja, leider kann ich die Bücher nicht sehr gut bewerten, denn ich denke, wer nicht recherchieren will soll bei Fantasy bleiben oder in Gebieten, in denen er sich auskennt. Will einer jedoch ein historisches Buch schreiben dann bitte richtig! Es ist noch keine Recherche sind zwei Länder auf der Karte anzusehen...

In Buch zwei also "Das Haus zur besonderen Verwendung" stimmen schon viele Hintergrüne überein. Die Geschichte an sich ist defitiv besser recherchiert und deswegen bekommt das zweite Buch auch fast fünf Sterne!!!

Donnerstag, 4. November 2010

[HINTERGRUNDBERICHT] ...der Stoff aus dem die "Himmelsdiebe" sind...


Eigentlich wollte ich mich zurückhalten, eigentlich sollte eine so romantische Geschichte wie Peter Prange sie in "Himmelsdiebe" geschaffen hatte nicht durch Realität und Tatsachen zerstört werden aber dyabollo wollte es anders. Denn der Stoffteufel ist der Meinung, wenn schon wahre Personen und Ereignisse hinter einem Roman stecken und der Autor sich die Mühe macht diese zu recherchieren, sollte man sie auch nicht verheimlichen...

So nun hat dyabollo wieder mal ihren Willen durchgesetzt ( die faule Göre sitzt nur auf ihrem Bücherstapel und diktiert von oben herab... ganz so als hätte sie Buchseiten voller Weisheiten in ihrer gepolsterten Rübe anstatt Watte ;)
...einfach nur ruhig bleiben....

Nun, was steckt alles hinter dem Roman "Himmelsdiebe" ? Zunächst einmal das wichtigste: die beiden Protagonisten Laura und Harry hat es tatsächlich gegeben bzw. lebt "Laura" noch immer in Mexico City.
Laura Paddington heißt in Wirklichkeit Leonora Carrington ( die beiden Namen haben sogar dasselbe Klangbild :) Sie wurde im Jahr 1917 in England geboren. Als Kind schreibt sie spiegelverkehrt und statt zu lernen malt sie.

Im Jahre 1936 entdeckt sie zunächst einmal nur das Gemälde des großen Zauberers "Zwei Kinder von einer Nachtigall bedroht"( Bild links) Bei dem Anblick meint sie, sich selbst zu begegnen.

Doch erst ein Jahr später lernt sie den Mann zum Bild kennen: den zwanzig Jahre älteren Max Ernst. Im Jahre 1937 gilt die Kunst des deutschen Künstlers bereits als "entartet". Ihm bleibt nichts anderes übrig als auszuwandern und die über beide Ohren verliebte Leonora begleitet Max Ernst nach Paris.

Aus einer gut behüteten Tochter eines Engländers wird eine wilde Muse und eigenständige Künstlerin. Doch nicht nur ihre Gemälde, sondern auch ihre berüchtigten Abendessen sorgen für Gesprächsstoff. Das Essen das sie selbst nach alchemistischen Rezepten zubereitet, soll ungenießbar gewesen sein und in vornehmen Restaurant, soll die Künstlerin sogar ihre Füße auf den Tischt gelegt und mit Senf bestrichen haben. Auch die Prozesse, die Leonoras Vater Harold Carrington gegen den "Pornographen" und Verführer seiner Tochter geführt hat, stimmen mit der Erzählung im Roman überein.

Später verlassen Leonora und Max Paris und siedeln sich ein in ein abgelegenes Bauernhaus in St. Martin d´Ardèche. Dort spazieren sie nackt am Fluß, und zechen allabendlich in der Dorfkneipe.

Als der Krieg ausbricht wird Max Ernst als Deutscher in Frankreich interniert. Mehrmals setzt Leonora die Hölle in Bewegung um ihren Geliebten zu befreien. Ein Mal gelingt es ihr sogar, doch Max wird erneut gefasst.
Aus Angst vor der eigenen Internierung flieht Leonora über Spanien nach Lissabon. Auf dem Weg dorthin bricht sie zusammen und kommt in eine Heilanstalt. ( Wer Näheres wissen möchte sollte den von Leonora Carrington im Jahre 1943 verfassten Bericht "Unten" lesen )

Später sieht Leonora Max Ernst zufällig in Lissanbon - Arm in Arm mit der Milliardärserbin Peggy Guggenheim. Und das ist leider das Ende der Liebesgeschichte, zumindest das offizielle. Ob Max nun Leonora vergessen hatte oder Peggy nur für die Ausreise in die USA benötigt hatte sei dahingestellt...auf jeden Fall gehen beide ab hier getrennte Wege:

Max Ernst reist in die USA aus und heiratet Peggy Guggenheim. Das alles geschieht im Jahr 1941. Doch schon drei Jahre später trennt er sich von Ihr und heiratet daraufhin erneut.

Auch Leonora heiratet doch nur um Europa verlassen zu können. Nachdem sie in Mexiko ankommt lässt sich von dem mexikanischen Botschafter scheiden und heiratet einen Fotografen von dem sie zwei Kinder bekommt.

Während Max Ernst 1953 wieder zurück nach Frankheit geht und sich als Star feiern lässt, bleibt Leonora in Mexico City.

Das ist die Geschichte des großen Zauberers und seiner Muse. Wer das Buch gelesen hat, bzw. gehört hat wird sofort merken wie viel Wahrheit da drin steckt. Gerade deswegen finde ich den Roman "Himmelsdiebe" lesenswert. Es unterhält und bildet zugleich.