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Sonntag, 22. Januar 2012

[BUCH / REZENSION] ... Insel der besonderen Kinder ...

 Bereits vor zwei Monaten habe ich das Buch beendet und zur Seite gelegt. Eine Rezension wollte ich jedoch nicht schreiben, denn ich habe es fast schon befürchtet, dass ich dem Buch Unrecht tun würde, sollte ich es gleich bewerten müssen.


Die Zeit verging und meine Gedanken zur Insel der besonderen Kinder änderten sich immer mehr und mehr zum Positiven. Doch was war der Grund meiner Enttäuschung zu Beginn?


Es ist schwer zu sagen, aber ich habe ein völlig anderes Buch erwartet. Ich habe mich von Anfang an in die Fotos verliebt und dachte sie würden tatsächlich eine realistischere Geschichte erzählen, als es dann letztendlich war...auch die Tatsache, dass der Roman wirklich für ein sehr junges Publikum (14-16 Jahre, ich würde sogar auf noch jünger tippen) ausgelegt ist hat nicht gerade zu meiner Freude beigetragen...aber nun bin ich so weit abgekühlt, dass ich ein einigermaßen ehrliches Urteil abgeben könnte...wollt ihr denn überhaupt noch weiter lesen? :)


                                    Inhalt                                


Wie viele Großväter erzählt auch Jacobs Opa dem Jungen spannende Geschichten. Doch anders als bei anderen Menschen, erzählt er keine Kriegserinnerungen oder erfundene Heldentaten sondern berichtet von einer Insel auf der besondere Kinder leben sollen. Als Beweis zeigt Abraham seinem Enkel alte Fotografien, auf denen die Kinder ihre Besonderheiten zeigen. Ein Junge, der einen Felsen stemmt, ein schwebendes Mädchen und und und. 


Lange glaubt Jacob an diese Erzählungen doch je älter er wird, desto vernünftiger erscheint ihm die Erklärung, dass alle diese Fotos manipuliert worden sind. Irgendwann will er nichts mehr von seinem Opa hören. Dieser ist zwar gekränkt aber erfüllt dem Jungen seinen Wunsch und spricht nie wieder davon....


Die Jahre vergehen und der alte Mann wird gebrechlich und scheint an Paranoia zu leiden. Daher nimmt Jacobs Vater dem Großvater die Schlüssen von seinem üppig gefüllten Waffenschrank, denn wer weiß was er damit anstellen könnte. Da bekommt Jacob eines Tages einen Anruf von seinem aufgelösten und zu Tode verängstigen Opa. Dieser will nichts mehr als die Schlüssel um eine Waffe zu holen um sich gegen die Monster der Vergangenheit zu wehren, die ihn doch noch eingeholt haben. Jacob beschließt selbst hinzufahren um seinen Opa zu beruhigen. Doch er kommt zu spät. Dieser liegt bereits im Sterben, alles um ihn herum ist voller Blut...




                                    Kritik                                


Hier beginnt also das Abenteuer. Denn plötzlich bildet sich Jacob ein, das Monster, das seinen Großvater ermordetet hatte, gesehen zu haben. Und so kommen die Erinnerungen an alte Zeiten zurück und er beschließt die Insel aufzusuchen um Antworten zu bekommen...


Was unheimlich spannend beginnt, findet für mich ein abruptes Ende. Denn recht schnell wird die Geschichte ziemlich fantastisch und durchscheinend. Echte Monster, Menschen aus der Vergangenheit, die in Zeitschleifen leben, Frauen die sich in Vögel verwandeln und ein Show-Down, das sogar Bruce Willis neidisch macht. Das Ende recht pathetisch. "Weniger ist mehr" hätte an dieser Stelle eher gepasst. Aber vielleicht stehen kleine Jungs drauf?


Ich will den Roman jetzt nicht schlecht machen sondern einfach nur deutlich die Unterschiede zwischen Anfang und Ende aufzeigen. Denn das Buch beginnt unheimlich, wirklich düsten und gruselig aber doch realistisch. Die Gefühle, die Jacob für seinen Großvater hegt sind so real, dass man in seiner Trauer aufgeht und mitfühlt. Und auch der Weg zum Waisenhaus ist noch voller Emotionen und steckt voller Potential und dann kommt der krasse Gegenteil.


Handlung, Handlung und noch mal Handlung, und das immer gefühlloser und sachlicher. Wie auf der Jagt rennt Riggs durch das Buch um scheinbar alle seine Ideen auf einmal einbringen zu wollen und vergisst dabei völlig Atempausen einzulegen. Und es ist nicht so, dass ich von Spannung schreibe. Nein, es geht um pure Handlung! Teilweise wird seitenlang eine Situation beschrieben, die zwar den Alltag der Kinder spiegelt und vielleicht sogar sehr interessant geworden wäre, wenn der Autor uns nicht so durchgehetzt hätte, sondern sich Zeit für Einzelheiten gelassen hätte. Im Nachhinein denke ich, dass er uns vielleicht mit allem vertraut machen wollte (denn es handelt sich hierbei scheinbar um eine Trilogie... Aber dafür hätte das Büchlein doch dicker sein müssen.


Ich empfand den Roman als gehetzt, zumindest ab der Mitte aber kann mir doch vorstellen, dass der zweite Teil den ersten übertreffen könnte. Denn darin kann man wohl fest von Zeitreisen ausgehen, vielleicht sogar von echten historischen Ereignissen gepaart mit Spannung und Fantasy.


Besonders schön waren natürlich die alten Fotografien, mit denen der Roman vollgespickt ist und die Geschichte ein Stück realer wirken lässt. Manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, Riggs würde zu arg auf die Bilder eingehen und sich dadurch selbst ein wenig hemmen. 


                                   Fazit                                 


Geniale Idee, toller Anfang aber leider viel zu gehetzter und zu voll gepackten Mittelteil und das Ende mit zu vielen fantastischen Elementen. Hier hat der Autor eindeutig zu schnell und zu viel an Fahrt gewonnen und konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Weniger von allem wäre hier mehr gewesen!
Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Jugendliche, die nicht zu sehr an Details hängen, dieses Buch lieben würden und vielleicht die Raserei, die mich gestört hat, nicht mal bemerken würden...







Handlung          4/5
Charaktere        3/5
Lesespaß          3/5
Sprache           4/5
Preis/Leistung    4/5

3,6 Sterne!!!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

[BUCH / REZENSION] ... Grimmige Geschichten ...



Leser nimm dich in Acht! Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! 
Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. 
Was zwischen diesen Seiten auf dich lauert, ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel - ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen....

                      Inhalt                    

Normalerweise ist es nicht meine Art die Klapptexte abzuschreiben aber dieser hier gefällt mir sehr gut und passt sehr schön zum Inhalt. Adam Gidwitz hat es sich zur Aufgabe gemacht die wahren Märchen der Gebrüder Grimm endlich wieder aus der Vergessenheit herauszuholen und sie tatsachengetreu nachzuerzählen. So behauptet es der Autor zumindest selbst. Und wahrscheinlich stimmt es auch, denn die meisten Leser - mich eingeschlossen - kennen die Original Märchen gar nicht mehr, da diese im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer mehr verändert und verfälscht wurden. Bereits die zweite Ausgabe von Grimms "Kinder- und Hausmärchen" musste umgeschrieben werden, da sich die Kritik breit machte, die Märchen seien nicht "kindgerecht". Und so wurde zum Beispiel aus der Mutter von Hänsel und Gretel gleich mal die "Stiefmutter", denn was für eine Mutter würde ihre Kinder verstoßen? (vermutlich ging es bei vielen anderen Märchen genau so zu, aus denen wir nur die böse Stiefmutter kennen ;) Auch das Lebkuchenhaus war in Wahrheit gar nicht aus Lebkuchen sondern aus Brot Kuchen und Zucker... 

Nun wisst ihr, dass die heutigen Kindermärchen gar nicht mehr so viel mit den wahren Märchen zu tun haben und das wollte Gidwitz wohl ändern. Um nicht einfach nur Märchen wieder neu zu erzählen, hat er sich der künstlerischen Freiheit bedient und dabei Hänsel und Gretel zu Protagonisten aller Märchen erklärt. Dadurch ist etwas Einzigartiges entstanden. Zum einen erscheinen einem die Märchen auf den ersten Blick sehr vertraut und bekannt, aber die Skrupellosigkeit und Gewalt darin und dann noch Hänsel und Gretel als Protagonisten machen aus den harmlosen Märchen einen Gruselroman für große Kinder und Jugendliche. Doch nicht genug. Zwischendurch sorgt der Autor höchstpersönlich für Spannung, indem er immer wieder nachfragt ob denn die kleinen Kinder bereits im Bett seien. Damit warnt in regelmäßigen Abständen sowohl vor gruseligen und für Kinder doch "brutalen" Stellen und sorgt zugleich für Aufregung unter den Lesern bzw. auch Zuhörern. 

Hier die Leseprobe

                                 Meine Meinung                            

Ich habe das Buch einer 8 - Jährigen vorgelesen und sie hatte doch tatsächlich zum ersten Mal richtig Angst! Unglaublich!!! Monatelang habe ich nach Büchern gesucht, die Mia zum Gruseln bringen und dann habe ich diesen Roman zur Hand genommen weil ich ihn als witzig empfunden habe. Doch was für mich witzig klingt - gerade die Sprüche des Autors - versetzte Mia immer wieder in Gänsehautstimmung. Und doch wollte sie es trotz ihrer anfänglichen Angst weiter lesen bzw. zuhören. Am Ende wird man natürlich mit einem Happy End belohnt, anders wäre das Buch für kleine Kinder nicht zumutbar. Die Altersangabe von 10 - 12 Jahren finde ich gut gewählt, da nicht jedes Kind so viel verträgt wie Mia. Im Notfall kann man das Buch als Erwachsener mitlesen, denn es ist wirklich humorvoll und auch für große geeignet. 

                                     Fazit                                

Gidwitz holt die Original Märchen aus der Verganheit und baut sie zu einem spannenden Roman aus, so dass auch große Kinder und Märchenhasser auf ihre Kosten kommen und das Gruseln lernen! Absolut empfehlenswert!!! 


Handlung          5/5
Charaktere        4/5
Lesespaß          5/5
Sprache           5/5
Preis/Leistung    5/5

4,8 Sterne!!! 







Titel: Eine dunkle & GRIMMige Geschichte
Autorin: Adam Gidwitz
Verlag: ars edition 
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 256
Originaltitel: A Tale Dark & Grimm
ISBN:  
978-3760783666
Empfohlen für: 10 - 12 Jahre 
Preis: [D] 12,95 €
Bei Amazon kaufen: HIER!





Mir wurde das Buch zur Verfügung gestellt von: Blogg Dein Buch


Donnerstag, 22. September 2011

[KINDER / JUGENDBUCH] ... Holundermond ...


Titel:  Holundermond
Autorin: Jutta Wilke
Verlag: Coppenrath 
gebunden, ohne Schutzumschlag
Seiten: 320
Originaltitel: Holundermond
Reihe: keine
ISBN: 978-3815753057
Empfohlen für: 10 - 12 Jahre 
Preis: [D] 14,95 €


Inhalt: (von amazon übernommen) 

Wie verwunschen wirkt das alte Kloster im sanften Licht des Mondes. Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist. Entschlossen, das Rätsel zu lösen, stellt sie sich zusammen mit ihrem Freund Flavio den dunklen Kräften des Klosters entgegen. 

An dieser Stelle möchte ich gleich das Video von Mia reinstellen. Denn es war ihr Rezensionsexemplar und ich muss gestehen, dass ich das Buch zwar noch sehr gerne lesen möchte, aber bisher keine Zeit dafür gefunden :/ 

Ich kann nur anmerken, dass Mia doch ab und zu Probleme mit dem Roman hatte. Teilweise dachte ich, sie würde aufgeben, denn - und das sagt sie auch im Video - ab und an war das wohl nicht so spannend, manches vielleicht verwirren und kompliziert aber das Ende hat sie dann doch wieder überzeugt!! 





Montag, 18. Juli 2011

[BUCH / HÖRBUCH] ... Schrecksenmeister ....


Autor: Walter Moers
Verlag: HB HörbucHHamburg / HC PIPER
Seiten: HB 12 CDs / HC 384
ISBN HB: 978-3869090733
ISBN HC: 978-3492049375
Preis HB: 29,99 Euro
Preis HC: 22,90 Euro
Preis TB: 10,95 Euro


In dem neuen Roman von Hildegunst von Mythenmetz - bitte hier nichts durcheinander bringen, denn oft meinen die Leser Walter Moers hätte den "Schrecksenmeister" geschrieben! Nein - Walter Moers hat ihn lediglich aus dem Zamonischen ins Deutsche übersetzt, nicht mehr und nicht weniger!
Nun gut, das hätten wir geklärt...
Inhalt: 
Zu Beginn von "Schrecksenmeister" lernen wir "Sledwaya" kennen, eine Stadt die bereits nach Schnupfen und Krankheit klingt und da wundert es einen fast gar nicht wenn Hildegunst von Mythenmetz diese als den krankesten Ort von ganz Zamonien beschreibt. Die Bewohner von Sledwaya begrüßen sich mit "Ohwehohweh" und verabschieden sich mit "Gute Besserung". Der Geruch von Urin und Krankheit liegt in der Luft und über allem thront ganz oben auf einem Berg das Schloss von "Eißpin dem sehr Schrecklichen". Der Schrecksenmeister kümmert sich drum, dass die Leiden der Stadtbewohner nie versiegen und erfindet Gesetze, die den Schrecksen die Rechte nimmt den Bewohnern von Sledwaya zu helfen.
Und genau diesem Eißpin dem sehr Schrecklichen begegnet die halbverhungerte Kratze Echo. Echo ist wohl das allerletzte Krätzchen von Zamonien und was Echo von anderen Katzen unterscheidet ist nicht das "r" in K(r)atze sondern die Fähigkeit alle Sprachen der Welt zu sprechen. Echo kann nämlich mit jedem Tier kommunizierten und sich eigentlich alles einmal gesagte merken. Doch Eißpin braucht das Krätzchen nicht wegen seiner Gabe sondern nur um das Fett der Kratze auszukochen und schlägt deswegen einen schrecklichen Pakt mit dem halbverhungerten Echo: Einen Monat lang wird sich Eißpin höchstpersönlich um die Kratze kümmern und ihr alle Delikatessen servieren, die sich Echo nur vorstellen kann doch bei Schrecksenmond soll die Kratze dann von Eißpin ausgekocht und verarbeitet werden. Der Vertrag ist grausam und doch unterschreibt Echo ihn. Warum? Weil es dem Krätzchen sinnvoller erscheint einen Monat länger zu leben als in den  nächsten Tagen auf den Straßen von Sledwaya grausam zu verhungern.
Und so beginnt das Abenteuer von Echo, der zunächst einmal ohne  nachzudenken alles in sich hineinschaufelt was Eißpin serviert und erst als er langsam fett wird begreift, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt...
Meine Meinung:
Ich habe "Schrecksenmeister" genau wie "Die Stadt der träumenden Bücher" als Hörbuch gehört - denn diese gibt es als ungekürzte Lesung - und war zunächst ein klein wenig enttäuscht, denn "Schrecksenmeister" wird nun von Andreas Fröhlich gelesen, "Die Stadt der träumenden Bücher" jedoch von Dirk Bach und meiner Meinung nach passt nichts besser zu den Zamonischen Büchern als Dirk Bach! Seine Stimme ist einfach DIE Stimme für Hildegunst von Mythenmetz. Aber was soll ich sagen? Man gewöhnt sich auch an Andreas Fröhlich, denn auch er macht es wirklich gut und kann fast genau so viele Stimmen nachmachen wie Dirk Bach - um ehrlich zu sein ist es völlig ok für den "Schrecksenmeister" denn auch dieser Roman ist kein direkter Nachfolger von "Die Stadt der träumenden Bücher" sondern nur eine Erzählung von Hildegunst von Mythenmetz -> kann also ohne Sorge auch vor allen anderen der Reihe gelesen werden.
Ein wenig traurig bin ich nur weil auch der direkte Nachfolger "Das Labyrinth der träumenden Büchern" auch von Andreas Fröhlich gelesen wird, aber erstens ist es meine persönliche Meinung und zweitens hat es nun gar nichts mit dem Schrecksenmeister zu tun...
...deswegen mache ich einfach mal weiter....
 Wie schon oben erwähnt erzählt dieser Roman eine eigenständige Geschichte ohne die bereits bekannten Personen zu verwenden. Dadurch entsteht ein sehr selbstständiger Eindruck und man vermisst auch nicht unbedingt etwas. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht die Kompaktheit - besser die "Beschränktheit" dieser Erzählung, denn Echo geht kaum in die Welt hinaus. Er erlebt das meisten innerhalb der Schlossmauern und der weiteste Weg führt ihn in den Unkenwald der wohl sogar noch zu der Stadt Sledwaya gehört. Das macht die Erzählung nicht so abentuerlich und fantastisch wie man es aus "Die Stadt der träumenden Büchern" kennt aber keineswegs langweilig.
Man lernt Echo kennen und zugleich lieben, denn dieser ist doch nur eine ganz gewöhnliche K(r)atze und man kommt nicht umhin mit ihm zu leiden und zu kämpfen. Moers - Verzeihung - Mythenmetz hat es drauf und schafft es einen immer wieder zum Lachen zu bringen und zugleich zu fesseln.
Kleine Abstriche macht man da wirklich nur dann wenn man "Die Stadt der träumenden Bücher" kennt. 
Fazit: 

Thematik             4/5
Handlung            5/5
Charaktere          5/5
Hörspaß              4/5
Sprache              5/5


Das ergibt 4,6 Sterne und aufgerundet wiederum 5 ! Ist das nicht toll?

Mittwoch, 29. Juni 2011

[KINDERBUCH] ... Rick - ein Buch nur für Jungs? ...


Rick 1 - Wie man seine durchgeknallte Familie überlebt
 
Autor: Antje Szillat
Verlag: Coppenrath
Seiten: 168
ISBN: 978-3815752982
Wird empfohlen ab: 10 - 13 Jahren
Preis: 9,95 Euro
Band 2 erscheint im Juli 2011

Erst vor einiger Monaten, als ich auf der Suche nach einem Buch für einen Jungen war, ist mir aufgefallen, dass es nur sehr wenige richtig tolle Bücher mit Jungs in der Hauptrolle gibt und dann hat Mia "Rick 1" vom Coppenrath Verlag zum Lesen bekommen und ich wurde eines besseren belehrt!

Es gibt sie also doch, diese Bücher! Natürlich nicht nur für Jungs, denn Mia hat es mit Vergnügen gelesen und dabei ununterbrochen gelacht...

Es geht darin um einen 11 jährigen Jungen, dessen Mama tot ist und er mit seinem Vater und dessen Freund in einer reinen Männer WG wohnt, denn sogar die Hauskatze ist ein Kater. Nun denn, so weit so gut, doch da passiert etwas schreckliches: Ricks bester Freund zieht weg und weil das noch nicht hart genug ist, verliebt sich Ricks Vater auch noch in Ricks Lehrerin Frau Nilsson. Das wäre vielleicht noch verkraftbar, wenn die Kunstlehrerin nicht einen Strebersohn Finn hätte, denn Rick und Finn sind wie Tag und Nacht. Während Rick der "coole" Eishockeystürmer ist, gehört der violinespielende Finn eher zu den Loosern...

Nun, das Buch ist lockerleicht und unheimlich witzig geschrieben und eignet sich aufgrund der Thematik auch für jüngere Leser ab 9 /10 Jahren. Natürlich ist es kein reines "Jungenbuch" denn die Geschichte ist auch für Mädchen nicht uninteressant - der Haken ist nur, dass Kinder am allerliebsten Bücher lesen mit dessen Charakteren sie sich identifizieren können.

Für Erwachsene Leser mag die Geschichte ein wenig vorhersehbar erscheinen. Man meint bereits aus der Beschreibung zu wissen was passiert und wie der Roman enden wird, doch obwohl der grobe Plot tatsächlich offensichtlich ist sollte das einen nicht von der Lektüre abhalten, denn der witzige Erzählstil bringt nicht nur jeden zum Lachen, nein, die einzigartigen Szenen, die originell entworfenen Figuren sorgen dafür, dass es niemals langweilig wird.

Mein einziger Kritikpunkt - wobei man diesen auch gar nicht als Kritik bezeichnen kann - ist der, dass es noch immer zu wenige Autoren gibt die sich trauen über Scheidungskinder zu schreiben. Warum muss Ricks Mutter tot sein? Jede zweite Ehe wird inzwischen geschieden, es gibt so viele Scheidungskinder und statt ihnen in Büchern aufzuzeigen, dass so etwas passieren kann und das man damit leben kann, wird das Thema in Kinderbüchern tabuisiert und meist entweder "Heile Welt" geboten oder aber tragische Schicksalsschläge... nur mal so am Rande ;)

Dienstag, 17. Mai 2011

[BUCH / REZENSION] ... Wir sind die Könige von Colorado ...


Wow! So muss diese Rezension einfach beginnen. Anders kann ich es nicht ausdrücken! Denn ich frage mich ernsthaft wo solche Bücher waren, als ich mich durch meine Schulliteratur geplagt habe? 

Nun, erst einmal zum Inhalt:
Will ist gerade mal 13 als er seinem Vater ein Messer durch die Rippen jagt. Er macht es nicht für sich sondern für seine Mutter, die vom Vater auf brutalste Art und Weise missbraucht wird. Jahrelang hat Will die Schreie, die blauen Flecke und die Vergewaltigungen mit angesehen aber sich nie getraut etwas dagegen zu unternehmen. Bis zu den Augenblick, an dem er fest davon überzeugt ist, dass der betrunkene Vater, wenn er nicht aufgehalten wird, die Mutter tötet. Doch dieser überlebt -  während Will zu zwei Jahren Erziehungsanstalt verurteilt wird. 

Kurz darauf landet Will in Colorado wo er zusammen mit anderen "Gefangenen" wilde Pferde zähmen soll. Bald findet Will Freunde; den belesenen Coop, der nie ohne ein Buch in der Hand unterwegs ist, den kleinen Mickey und den allerbesten Freund überhaupt - Benny. 

Doch die Freunde müssen bald feststellen, dass nicht nur die Pferde gezähmt werden sollen, sondern auch der Wille der Jugendlichen. Dort sind sind sie nicht nur dem pädophilen Aufseher ausgeliefert sondern auch dem sadistischen Mithäftling Silas, dessen Augen den Wahnsinn ausstrahlen und den Jugendlich ganz schön Anst einjagen...

Als dann einige Pferde ausbrechen und die Freunde zusammen mit anderen Jugendlichen - darunter auch Silas -  unter Aufsicht von zwei Aufsehern in die Wildnis aufbrechen, merken sie schon bald dass es ein Ausflug in den Tod werden könnte und sie verstehen -  sollten Sie das Camp jemals heil verlassen, werden sie nie wieder die selben sein! 

Meine Meinung: 
Mich hat schon lange kein Jugendbuch mehr so stark berührt wie die "Könige von Colorado" Der Autor schafft es die Charaktere so lebendig wirken zu lassen, dass man sie sofort lieb gewinnt und für sie betet und mit ihnen trauert! 
Teilweise wollte ich mich mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke verkriechen, teilweise stiegen mir die Tränen in die Augen und ich musste wirklich unterbrechen. Und immer wieder, besonders zum Ende hin habe ich förmlich darum gebetet, dass das Ganze doch noch ein gutes Ende nehmen möge. 

Natürlich habe ich das Buch auch unter dem Aspekt der Schullektüre betrachtet und habe festgestellt, dass es sich doch genau so gut eignet wie der "Herr der Fliegen" - mit dem die "Könige von Colorado" ja auch vielerorts verglichen wird. Ja, dieser Roman ist für mich genau das Richtige um Jugendlichen das Lesen schmackhaft zu machen, natürlich nicht in der 5ten oder 6ten Klasse aber ab Klasse 7 oder 8 ist es völlig ok, schließlich sind die Protagonisten des Romans auch gerade 13 als sie in der Erziehungsanstalt landen. 

Was das Buch noch zu einer guten Schullektüre macht ist die Art wie David E. Hilton die Spannung aufbaut und seine Leser total verwirrt. An Stellen, an denen diese Spannung abflaut baut er einfach einen Satz ein, der einen Blick in die Zukunft erlaubt und somit wieder fesselt. An anderer Stellen, an denen man sich einer Sache sicher ist kommt wieder so ein Zukunfstblick, der  jedoch in eine völlig andere Richtung lenkt. Man wartet plötzlich auf das Allerschlimmste und ist komplett überrascht und wahnsinnig glücklich, wenn das Erwartete doch nicht eintrifft. 


Handlung             5/5
Charaktere          5/5 !!!
Lesespaß            5/5 !!!
Sprache               5/5
Preis/Leistung     5/5

Fazit:
Dieses Buch ist ein Meisterwerk und drängt nach Jahrzehnten "Herr der Fliegen" vom Thron! Unbedingt lesenswert nicht nur für Jugendliche, denn David E. Hilton beherrscht die Erzählkunst wie kaum ein anderer Jungautor! 

Mir genügen hier keine 5 Sterne mehr um meine Begeisterung auszudrücken, deswegen setze ich dem Buch noch eine goldene Krone auf!!! 5 mit Sternchen und Ausrufezeichen! Beziehungsweise ganze 6 Sterne!

Freitag, 8. April 2011

[KINDERBUCH] ... Schauerroman für die Kleinen ...


Zunächst einmal möchten wir uns mit diesem Post bei Tiziana bedanken, denn vor einigen Tagen haben wir eine leckere Schoki von ihr bekomen!!! Dankeschön!! ( Die Mia zeigt sie auch im Video ;)

Und nun zum Buch...


Eines Tages wacht Nin auf und stellt fest, dass ihr Bruder Toby nicht da ist. Normalerweise würde das ein Mädchen wie Nin doch gar nicht stören, doch etwas an der Sache ist völlig verkehrt, denn die Eltern scheinen Toby komplett vergessen zu haben - so, als hätte es ihn nie gegeben. Nin ahnt bereits wo er sein könnte und macht sich kurz darauf auf den Weg -  in die magische Welt, zum Haus des Schreckens.
Alleine der Name Caro King erinnert schon an den großen Horror Autor Stephen King und das Buch ist auch wirklich gruselig - vor allem für die jüngeren Leser. Doch es besteht nicht nur aus angsteinflößenden Passagen, es geht viel mehr um Freunde - wie man sie gewinnt, wie man sie hält :)
Empfohlen wird das Buch ab 10 und ich denke es hat auch  einen Sinn. Bei Mia, die gerade mal acht ist hatte ich doch ein wenig Zweifel, denn es ist schwierig geschrieben. Ich meine nicht die  Ausdrucksweise sondern die vielen Dialekte die darin benutzt werden. Für Lese- und Schreibanfänger könnte dieser "Kinderroman" zum Stolperstein werden, denn es behindert den gewohnten Lesefluss und könnte dazu führen, dass die Kids statt Hochdeutsch plötzlich Dialekt schreiben weil sie das aus dem Buch so kennen. Wer Schreibanfänger kennt, weiß, dass sie doch vieles was sie sehen aufsaugen und später genau so wiederholen...
Ich vermute gerade weil das Buch teilweise so schwierig geschrieben ist, hat Mia auch unglaublich lange dafür gebraucht ( über zwei Monate ) denn es ist doch sehr ermüdend dermaßen "verunstaltete" Worte zu lesen und zu erkennen.
Fazit: Mia gibt dem Buch volle fünf Sterne weil sie es unglaublich spannend findet. Ich würde mich ihrer Meinung anschließen, das Buch jedoch auch tatsächlich erst ab 10 bis 11 Jahren empfehlen, da die Kinder in dem Alter bereits geübtere Leser sind. Empfehlenswert besonders für "Gruselliebhaber" weil es für die Jungleser nur wenige "richtig" gruselige Bücher gibt.


Übrigens: Am 09.09.2011 kommt der zweite Band des Kinderromans raus und zwar wird er ebenfalls im Fischerverlag unter dem Titel "Der letzte Magier" erscheinen. Ob das deutsche Cover der englischen Origianlversion wohl ähneln wird?!