Fotografie

Beim Klick auf dieses Bild gelangen Sie auf meine Fotobeiträge.

Literatur

Hier finden Sie alles rund ums Thema Buch und zwar egal ob es sich um Bilderbuch, Kinder- Jugendbuch oder Erwachsenenliteratur handelt. Und auch die Sach- und Fachbücher kommen bei mir nicht zu kurz ;)

Kreativecke

Ein 'Klick' auf dieses Bild führt Sie in die Kreativwelt hinein. Hier werden nicht nur Bastel- und Geschenkbücher besprochen, sondern auch eigene kreative Lösungen und Ideen gepostet. Außerdem finden Sie hier tolle Aktionen rund ums Thema "Kreativität" darunter auch den Bereich "Do It Yourself"

Posts mit dem Label History werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label History werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. Mai 2011

[BUCH / REZENSION] .... Hemmersmoor - schaurige Satire ...

Als ich die Leseprobe zu dem Buch las, war ich mir ganz und gar nicht sicher um welche Art Buch es sich dabei handelt. Irgendwie kamen mir die Szenen so grotesk und zugleich albern vor, dass ich den Roman zunächst einmal für ein ziemlich witziges und nicht ernst zu nehmendes Buch hielt. Nun, nachdem ich es zu Ende gelesen habe, kann ich sagen, dass es sich dabei wohl um eine ziemlich schaurige Satire handelt.
Christian und seine Freunde wachsen in einem norddeutschen Dorf auf, das scheinbar ziemlich isoliert und fernab jeder Stadt liegt. Dort erleben Sie Dinge, die Kinder nicht erleben sollten. Es wird gemordert, misshandelt und vergewaltigt. Es gibt Fälle von Inzest und Grausamkeiten die man kaum beschreiben kann. Mal werden Überreste von Neugeborenen entdeckt, mal werden Kinder von ihren Väter missbraucht, dann im Eifer des Gefechts Neuzugezogene ermordet.
In jedem Kapitel kommt die dunkelste Seite des Menschen ans Tageslicht um gleich wieder tief vergraben zu werden, denn egal wie grausam etwas auch sein mag, alles wird wieder unter den Teppich gekehrt. Nichts wird in die Welt hinausgetragen, denn dieses Dorf hält zusammen was auch immer kommen mag.
Der Roman wird mit den Werken von E.T.A. Hoffmann verglichen und das zurecht! Auch ich habe beim Lesen an Hoffmann denken müssen, denn anders als typische Horror Autoren wie zum Beispiel Stephen King, geht es Kiesbye nicht drum dem Leser Angst einzujagen, er berichtet fast schon sachlich über all die schrecklichen Vorfälle in dem Dorf und man wird als Leser sich und seiner Fantasie überlassen...
Auch wenn der Roman zu Beginn an eine Ansammlung schrecklicher Kurzgeschichten erinnert und man erst langsam einen Zusammenhang erkennt, kommt gegen Ende doch eine recht überraschende Wende, die die schrecklich netten Bewohner noch einmal in ein ganz anderes Licht stellt.
Als ich fertig war, habe ich erneut den Prolog gelesen und beim zweiten Durchgang noch mehr Details erfahren, so dass ich jedem raten würde dasselbe zu tun.
Fazit: Eine intelligente Satire mit fast grotesk wirkenden "Schauerelementen". Prädikat lesenswert!!!
Handlung 4/5
Charaktere 5/5
Lesespaß 5/5
Sprache 5/5
Preis/Leistung 5/5
Ergibt: 4,8 von 5 Punkten
Absolut empfehlenswert!!!

Mittwoch, 2. März 2011

[BUCH / REZENSION] ... Verantwortung, die über die Liebe hinausgeht ...

Erst jetzt da uns so vieles Trennen wird  - ein Ozean, ein Krieg, vielleicht ein Erdteil oder zwei, nicht zu vergessen die Jahre, die schon vergangen sind und noch vergehen werden - kann ich Dir wieder nahe sein [...] Nur weit weg von Dir bin ich ganz bei mir, nur fern von Dir kann ich es wagen, mich Dir zu öffnen ohne mich zu verlieren [...] 

Kurz vor dem ersten Weltkrieg begegnen sich Léon und Louise. Sie, ganz selbstbewusst und erwachsen, er noch nicht mal ein richtiger Mann. Doch seine Art und sein  Wesen und auch der Anstand, den Léon an den Tag legt überzeugen Louise, so dass sie bereit ist dem Jungen zum Meer zu folgen. Dort genießen sie einen wunderschönen Abend und eine angenehme Nacht. Doch bereits am Tag darauf trennt die beiden der Erste Weltkrieg. Beide werden schwer verwundet und landen an verschiedenen Orten. Léon erfährt, dass Louise es nicht geschafft hat und beginnt ein neues Leben.

Er heiratet und lebt sein ruhiges Leben in Paris, bis er eines Tages Louise in die Augen blickt. Nur einen Augenblick gewährt Ihnen das Schicksal und dann fahren sie in entgegengesezte Richtungen davon. Mit Hilfe von Yvonne - Léons Frau schaffen es die beiden doch noch sich wieder zu sehen. Und auch diesmal haben sie nur einen Abend und die Nacht, denn Léon ist verheiratet und Vater eines Sohnes.
Und obwohl sich die beiden nie wirklich "haben" lieben sie sich wie zwei Wahnsinnige. Ist das die wahre Liebe? Die einzige, auf die so viele vergeblich warten? Oder ist es nur die Flamme der Gier des Unerreichbaren?

Ein wundervolles Buch über zwei Liebende in Paris vor der Kulisse zweier Weltkriege. Gut erzählt und unheimlich schön und gefühlvoll schreib Alex Capus in seinem Roman über Sehnsucht nach Unerreichbarem und über Verantwortung die über Liebe hinausgehen kann.

 LESEREISE: 
Übrigens ist der Autor gerade auf einer Lesetour. Wann und Wo er liest, könnt ihr hier nachsehen!

Samstag, 27. November 2010

[BUCH] ...auf der Suche nach LIEBE...


Ich habe mich lange vor dieser Rezension gedrückt, denn ich wusste nicht recht was ich schreiben sollte. Denn der Titel "Thesen über die Existenz der Liebe" lässt zunächst einmal an ein wissenschaftliches Buch denken, dann, wenn man die Beschreibung gelesen hat, revidiert man den ersten Gedanken auf ein: tolle Liebesgeschichten, die das Wesen der Liebe herausfiltern und ihr Geheimnis enthüllen...

Und dann fängt man zu lesen an....
und liest...
und fragt sich unweigerlich ob es doch vielleicht, etwas völlig anderes ist, als man erwartet hatte....

Denn die Erzähungen an sich sind sehr gut. Ja, es sind Erzählungen, die ein Mann, der sich wohl den Gesetzen der Natur widersetzt und einfach nicht stirbt über Jahrhunderte hinweg - beginnend mit dem 15 Jh. - sammelt und an uns weitergibt.

Es ist zunächst die Geschichte von Frans und Amalie, beiden waise, Frans wächst als Findelkind im Kloster auf, Amalie, bei Frauen die sich dazu entschlossen haben aus der Gesellschaft auszutreten. Durch Zufall lernen sich die beiden waisen kennen und lieben, kurz darauf ist Amalie schwanger. Und egal was die beiden jungen Liebenden versuchen, sie kommen nicht umhin ihren geliebten Sohn ebenfalls elternlos aufwachsen zu lassen...

Im 17 Jahrhundert treffen wir auf einen Maler Gregarius, der sich für einen Frauenhelden hält aber im innern nur eine einzige Frau vergöttert und diese immer und immer wieder aufs Neue malt.

Wir reisen ins 18. Jahrhundert und lernen dort Hans kennen, der dem Licht auf die Schliche kommt und somit - wie er meint auch der Liebe. Für ihn scheint Liebe sich genau gleich wie das Licht zu verhalten - man sieht das Licht sofort sobald man ein Streichholz anzündet, man sieht es jedoch nocht auf sich zubewegen und so soll auch die Liebe sein, die trifft einen gleich wenn sie beginnt, man sieht sie nicht kommen, ist ist dann ganz plötzlich da und genau wie das Licht wärmt auch sie, doch nicht unsere Haut, sondern unsere Herzen. Leider passiert etwas schreckliches als Hans seine Theorien experimentell zu belegen versucht und wir reisen ab..

...ins 19. Jahrhundert wo man die Liebe im Wissen sucht und gehen weiter ins 20. Jh. wo man daran glaubt, dass Liebe käuflich sei...

Es sind Geschichten über Menschen, die dem Leid, den Problemen und Trennungen zum trotz lieben und niemals damit aufhören. Es sind auch Geschichten, die fast schon typisch für ein bestimmtes Jahrhundert sind und somit ist es eigentlich mehr als nur ein Buch über Liebe...
Die Sprache ist eine sehr schöne, keine Frage doch die Erzählungen, die oft so merkwürdig sind und nicht selten komplett ins Fantastische abschweifen, machen es einem nicht leicht, diesen "Roman" zu lesen. Ich bin nicht gegen das Fantastische, nicht gegen das historische, nur die Art wie es kombiniert und aufgeplustert daherkommt, teils geschwollen und doch nur voller heißer Luft...

und am Ende stehst du wieder da wo du auch zu Beginn warst....was ist die Liebe?! Wo ist die Liebe? Gibt es sie denn überhaupt? und wie fühlt sie sich an?

Ich denke, man sollte dieses Buch ohne Erwartungen lesen, denn dann ist es wirklich interessant. Wer sich für menschliche Schicksale und Erfahrungen begeistert und für den es auch mal sehr fantastisch sein darf, der wird an diesem Buch seinen Spaß haben..
Ich belasse es diesmal ohne Wertung, denn es ist schwierig etwas so komplexes zu bewerten. Ich denke jeder sollte für sich selbst herausfinden was er davon hält. Solange man keine Anleitung zur glücklichen Liebe und Ehe erwartet, wird man auch nicht enttäuscht :)

Erschienen im Fischer Verlag
461 Seiten
Preis: 19,95 Euro

Mittwoch, 24. November 2010

[BUCH] Lust auf Zeitreisen?


„Das Haus am See“
„Terminator“
„Die Zeitmaschine“
„Zurück in die Zukunft“
„Butterfly Effect“
„Die Frau des Zeitreisenden“

Was haben alle diese Filme gemeinsam? Ja, in allen diesen Filmen wird das Reisen durch die Zeit thematisiert. Doch das ist noch nicht alles. Ich habe von jedem dieser Filme etwas in dem Buch „Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Plama endeckt.

Das Buch ist aus drei Teilen aufgebaut von denen man zunächst einmal meint, die hätten nichts gemeinsam als den Ort des Geschehens - nämlich London - die Zeit – das Jahr 1896 ( Was für ein Paradox! Und das in einem Buch über Zeitreisen ;) ach ja, und ein paar Protagonisten die sich hier und da mal über den Weg laufen.
Doch, schnell merkt man, dass da mehr dahinter steckt! Aber alles der Reihe nach:

Im ersten Teil verliebt sich ein reichen Fabrikantensohn Andrew in eine Prostituierte – Marie. Immer wieder nimmt er ihre Dienste in Anspruch was ihn aber nur kurz befriedingt. Denn er sieht wie Marie leidet und sich täglich ihren Kummer von der Seele trinkt. Betrunken taumelt sie dann Nacht für Nacht in ihr erbärmliches Heim. Doch Andrew traut sich nicht seinem Vater alles zu gestehen und Marie zu retten, bis Jack the Ripper auftaucht und eine Prostituierte nach der anderen qualvoll ermoderdet. Er da entschließt sich Andrew die Frau seiner Träume zu retten. Doch er kommt zu spät, Marie ist bereits tot und der junge Mann will nichts mehr als den Freitod.

Doch Andrews Cousin setzt ihm im letzten Moment einen Floh ins Ohr. Gerade zu der Zeit floriert in London eine Zeitreisenfirma, die den Menschen eine Reise in das Jahr 2000 verspricht. Wenn es also möglich sein kann in die Zukunft zu reisen, warum dann nicht auch in die Vergangenheit?
Die beiden machen sich auf dem Weg und kommen so über Umwege zu dem nicht unbekannten Autor H.G. Well – dem Autor von „Die Zeitmaschine“ gemeinsam versuchen sie die Sache anzugehen....
Im zweiten Fall ist es gerade andersrum. Eine Frau reist mit dieser Zeitreisefirma in das Jahr 2000 in dem die Menschen gegen Maschinen kämpfen und verliebt sich unsterblich in den zukünftigen Helden. Dieser scheint sich ebenfalls verliebt zu haben, denn er nimmt alle Risiken auf sich um die junge Dame noch einmal zu sehen. Dafür reist er sogar in das Jahr 1896. Ein Briefwechsel, starke Gefühle und wieder einmal das Zutun von H.G. Wells sind von nöten um auch dieses Paar zusammenzuführen...
Und in dem letzten Teil wird nun endlich H.G. Wells selbst in den Mittelpunkt gestellt und erlebt Unfassbares! Er reist durch alle Zeiten hin und her, sieht sein Buch in einer Verfilmung, erlebt zwei Weltkriege und nimmt Kontakt zu seinem eigenen jüngeren Ich auf....

Wer Zeitreisen mag wird in diesem Buch wirklich alles finden, was diese zu bieten haben. Aber es wird auch sehr romantisch und letztendlich stellt sich die Frage: was ist alles wahr und was ist nur Illusion?!
Ich habe das Buch wirklich genossen obwohl diese Brüche und Neuanfänge mit völlig anderen Charakteren die ganze Spannung wieder auf Null setzten und es blieb nichts anderes übrig als dort wieder zu beginnen. Ich habe nach den ersten beiden Kapiteln auch das Gefühl zwei eigenständige von einenander getrennte Werke zu lesen, die zwar Gemeinsamkeiten hatte aber so geringe, dass sie erst mal keinen wirklichen Sinn ergaben. Erst der dritte Teil fügte dann alles zusammen
Deswegen gibt es auch einen halben Stern Abzug für ein ansonsten sehr gelungenes Buch. Man muss sich auch im Klaren sein, dass es sich nicht um anspruchsvolle Literatur handelt sondern um ein reines Unterhaltungsbuch und als solches ist es empfehlenswert!!

Erschienen im Kindler Verlag
720 Seiten
Preis: 24,95 Euro

Samstag, 23. Oktober 2010

[BUCH, HÖRBUCH] ...Himmelsbeute...



Was ist das für ein Roman?
Ein Liebesroman?
Ein Künstlerroman?
Ein Geschichtsroman?
Ein Gesellschaftsroman?
Ein Familienroman?
Ein Kriegsroman?

Es wohl eher die Mischung von alldem. Peter Prange hat in seinem neuen Buch "Himmelsdiebe" ein wenig Abstand von seinem eigentlichen Genre dem "historischen Roman" genommen und etwas geschaffen, das der Kunst seiner Protagonisten Harry und Laura gleicht. Und da sind wir schon beim Thema:

Als Laura zum ersten Mal Harry begegnet sieht sie einen großen Zauberer in ihm, auf den sie ihr Leben lang gewartet zu haben scheint. Gegen den Willen ihren Eltern geht Laura mit Harry mit auf die große Reise. Er lehrt sie zu malen, sie ist seine Muse. Sie malen und lieben sich um den Verstand, sind glücklich bis die Realität sie einholt. Der zweite Weltkrieg trennt die beiden und Laura wird wahnsinnig vor Liebe und Sehnsucht. Beide treiben auf der Suche nach Liebe und nach Einander durch die Welt doch als sie sich wieder begegnen sind sie nicht mehr die, die sie einmal waren...

Es ist ein Roman über die Liebe und über die grenzenlosen Vorstellungen und Phantasien, die Ängste die einen zu zerstören drohen und darüber wie man sich selbst die Flügel stützt. Gleichzeitig ist es ein Buch über die Befreiung der eigenen Person...

Man kann es interpretieren und auslegen wie man will, man kann es verstehen oder auch nicht. Man kann es nachvollziehen, sich hineinversetzten und gleichzeitig zweifeln und alles doch wieder hinterfragen.

Der Autor lässt einem viel Freiraum für eigene Gedanken und das macht dieses Buch so emotional und lesens- bzw. hörenswert.