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Montag, 14. November 2011

[BUCH | HÖRBUCH] ... Necroscope ...



Es ist nicht gerade einfach über Necroscope zu schreiben. Warum? Weil ich hier nur den ersten Teil einer über 10 Bände füllenden Reihe beschreiben soll...und dann kann sich bereits jeder denken, dass in Band eins gerade mal die Protagonisten vorgestellt werden...

Inhalt

Wir befinden uns in den 70er Jahren in der UDSSR und werden Zeugen wie ein nackter Mann seinen Kopf auf dem Bauch einer Leiche platziert während er sich auf das zu konzentrieren versucht was danach folgt. Wir werden Zeugen wie dieser junge Mann kurz darauf den Toten zunächst mit der Sorgfalt eines Pathologen aufschneidet und untersucht und sich nach und nach in einen Metzger verwandelt, der sich in den Innereien suhlt. Dieser Mann heißt Boris Dragosani und wird später noch eine wichtige Rolle spielen...aber zunächst müssen wir den zweiten Protagonisten kennenlernen...

Harry Keogh wächst zur gleichen Zeit als Waisenjunge in England auf. Zunächst wird er nur belächelt und als Tagträumer abgetan bis der Mathelehrer sein Talent entdeckt und den Jungen auf eine Schule für Hochbegabte schickt. Harrys Talent beschränkt sich jedoch nicht nur auf Mathematik. Nach und nach kennt sich der Junge in fast allen Bereichen besser aus, als so mancher Professor und das nur weil er ein Necroscope ist und mit den Toten zu reden vermag. Denn die Toten haben viel zu erzählen....


Meine Meinung

Ich war zunächst einmal mit der Handlung und den ganzen Namen überfordert und kurz davor das Buch in die Ecke zu werfen. Doch dann konzentriert sich der Autor auf die beiden Protagonisten und man bekommt wirklich Lust mehr über sie zu erfahren. Was macht Boris Dragosani mit der Leiche? Warum tut er das? Brian Lumley geht wirklich ins Detail, so dass man im Laufe der Geschichte immer mehr das Gefühl bekommt, die beiden Männer immer besser zu kennen. 

Am Ende möchte man gleich weiter lesen, denn von den versprochenen Vampiren war noch gar keine Rede und trotzdem hat das Buch durch diese beiden Hauptcharaktere den Leser bereits gefesselt...

Meine Wahl wird jedoch ab Teil 2 auf das Hörbuch fallen, denn ich lasse mich gerne beim Autofahren von solchen Geschichten einlullen, denn zum Lesen wären mir die Bände dann doch zu viel des Guten...

Nicht , dass die Bücher schlecht wären, aber das ist einfach nichts was man gelesen haben muss und was als Hörbuch sogar eine noch bessere Wirkung erzielt (ich konnte mich bereits auch von dem Hörbuch überzeugen ;) 

Fazit
Der erste Band verspricht spannende und vielleicht sogar gruselige Unterhaltung. Die Protagonisten werden so scharf gezeichnet, dass man das Gefühl bekommt sie gut zu kennen. Und doch hat man Angst davor, was in ihnen schlummert und wozu sie in der Lage sind, denn die beiden jungen Männer sind alles andere als "gute Freunde". Ich will unbedingt wissen was Lumley aus ihnen herausholt!!! 



Thematik              4/5
Plot                      4/5
Charaktere           5/5
Lesespaß             4/5
Sprache                4/5
Das ergibt   4,2  Sterne !!!

Montag, 30. Mai 2011

[BUCH / REZENSION] ... Marina ...


Der Autor selbst schreibt, dass "Marina" sein liebstes Buch sei und ich möchte mich gleich zu Beginn der Rezension, ihm anschließen.
Zwar habe ich noch nicht den hochgelobten Roman "Der Schatten des Windes" gelesen aber dafür "Das Spiel des Engels" und "Marina" hat mich doch weit aus mehr berührt.
Gleichzeitig schreibt Carlos Ruiz Zafón im Vorwort von "Marina" dass ihm die Vermarktung des Buches große Sorgen bereitet hatte, denn zu Beginn sollte der Roman als etwas verkauft werden was er nicht war aber auch ich habe gleich zu Beginn festgestellt, dass es sich bei dieser Geschichte um eine handelt, die sich schwer in eine Schublade stecke lässt, geschweige denn leicht zu vermarkten wäre.
Zunächst habe ich auf ein Jugendbuch getippt, denn die beiden Protagonisten Marina und Óscar sind noch recht jung und erleben erst einmal Abenteuer, die für Jugendliche sehr wohl taugen. Doch dann wendet sich das ganze und man bekommt eine richtige Horror Story geboten die sich zweitweise so sehr steigert, dass auch einem Erwachsenen die Haare zu Berge stehen und auch das Ende ist nicht unbedingt jugendfrei.
Aber nun zum Inhalt: Òscar lebt in einem Internat und mag es ab und zu den Mauern der Schule zu entfliehen. Eines Tages gerät er bei einem solchen Spaziergang in ein Haus, das er zunächst für unbewohnt hält. Er stöbert ein wenig und findet eine alte Uhr, doch plötzlich kommt jemand und Òscar läuft in Panik davon - die Uhr noch immer in den Händen haltend.
Da er jedoch ein guter Junge ist, geht er einige Tage später zurück um die Uhr dem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben und lernt so Marina kennen. Sie und Ihr Vater (der Besitzer der Uhr) nehmen Òscar herzlich auf und eine Freundschaft entwickelt sich zwischen den beiden Kinder so dass sie schon recht bald gemeinsam auf Abeneuersuche gehen.
Und das Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten. Auf einem Friedhof beobachten Sie eine verhüllte Frau an einem Grab, das keinen Namen trägt sondern nur mit einem seltsamen Schmetterling. Das weckt die Abenteuerlust der beiden und sie folgen der Frau bis zu einer Gasse, in der sie scheinbar spurlos verschwindet. Auf einem Gebäude entdecken Marina und Òscar denselben Schmetterling und treten ein und damit werden sie in eine Geschichte hineingezogen, von der sie nicht einmal zu träumen wagten. Schon bald geht es nicht mehr um Nervenkitzel sondern um Leben und Tod.
Fazit: 
Ein unglaublich spannendes und magisches Buch, voller Fantasie und dunkler Kreaturen, die es wohl nur in Carlos Ruiz Zafóns Barcelona geben kann. Aber auch unerwartete Wenden und dramatische Pointen machen dieses Buch zu einer echten Achterbahnfahrt durch Barcelona!
Handlung         5/5
Charaktere       5/5
Lesespaß         5/5
Sprache           5/5
Preis/Leistung  5/5
Ergibt glatte 5 Sterne !!! 
  Übrigens:
Das  Cover der Original Ausgabe finde ich bei genaueren Hinsehen fast passender als die deutsche Version.  Zu dieser erkenntnis kommt man jedoch erst dann wenn man das Buch bereits gelesen hat. Denn das Gebäude auf dem deutschen Cover sieht nicht wirklich städtisch aus, im Gegenteil zum Original - die Originalversion zeigt nämlich ein Haus, das mich stark an das Theater erinnert von dem im Buch immer wieder die Rede ist. Die Stimmung jedoch wurde von beiden Bildern gut eingefangen und festgehalten! Daumen hoch für beide Cover!!! 



Und noch etwas: 
 Wer einen iPhone oder iPad besitzt kann sich jetzt im App-Store »Das Barcelona des Carlos Ruiz Zafón« * runterladen
Die App beinhaltet zwölf Touren durch Barcelona, die zu den Schauplätzen von "Marina", "Das Spiel des Engels" und Carlos Ruiz Zafóns persönlichen Lieblingsorten führen, angereichert mit Fotos, Ortsbeschreibungen, Lese- und Hörproben, Musik (von Zafón komponiert) und genauen Karten, auf denen man zu den Orten hingeführt wird.
* in Kooperation von S. Fischer und der Online-Agentur Opus 5 erstellt

Dienstag, 3. Mai 2011

[BUCH / REZENSION] .... Hemmersmoor - schaurige Satire ...

Als ich die Leseprobe zu dem Buch las, war ich mir ganz und gar nicht sicher um welche Art Buch es sich dabei handelt. Irgendwie kamen mir die Szenen so grotesk und zugleich albern vor, dass ich den Roman zunächst einmal für ein ziemlich witziges und nicht ernst zu nehmendes Buch hielt. Nun, nachdem ich es zu Ende gelesen habe, kann ich sagen, dass es sich dabei wohl um eine ziemlich schaurige Satire handelt.
Christian und seine Freunde wachsen in einem norddeutschen Dorf auf, das scheinbar ziemlich isoliert und fernab jeder Stadt liegt. Dort erleben Sie Dinge, die Kinder nicht erleben sollten. Es wird gemordert, misshandelt und vergewaltigt. Es gibt Fälle von Inzest und Grausamkeiten die man kaum beschreiben kann. Mal werden Überreste von Neugeborenen entdeckt, mal werden Kinder von ihren Väter missbraucht, dann im Eifer des Gefechts Neuzugezogene ermordet.
In jedem Kapitel kommt die dunkelste Seite des Menschen ans Tageslicht um gleich wieder tief vergraben zu werden, denn egal wie grausam etwas auch sein mag, alles wird wieder unter den Teppich gekehrt. Nichts wird in die Welt hinausgetragen, denn dieses Dorf hält zusammen was auch immer kommen mag.
Der Roman wird mit den Werken von E.T.A. Hoffmann verglichen und das zurecht! Auch ich habe beim Lesen an Hoffmann denken müssen, denn anders als typische Horror Autoren wie zum Beispiel Stephen King, geht es Kiesbye nicht drum dem Leser Angst einzujagen, er berichtet fast schon sachlich über all die schrecklichen Vorfälle in dem Dorf und man wird als Leser sich und seiner Fantasie überlassen...
Auch wenn der Roman zu Beginn an eine Ansammlung schrecklicher Kurzgeschichten erinnert und man erst langsam einen Zusammenhang erkennt, kommt gegen Ende doch eine recht überraschende Wende, die die schrecklich netten Bewohner noch einmal in ein ganz anderes Licht stellt.
Als ich fertig war, habe ich erneut den Prolog gelesen und beim zweiten Durchgang noch mehr Details erfahren, so dass ich jedem raten würde dasselbe zu tun.
Fazit: Eine intelligente Satire mit fast grotesk wirkenden "Schauerelementen". Prädikat lesenswert!!!
Handlung 4/5
Charaktere 5/5
Lesespaß 5/5
Sprache 5/5
Preis/Leistung 5/5
Ergibt: 4,8 von 5 Punkten
Absolut empfehlenswert!!!