Freitag, 5. August 2011

[REZENSION] ... Poison Diaries ...

 
 Vor einigen Wochen lag "Poison Diaries" einfach so in meinem Briefkasten. Ich mag zwar Überraschungen, aber aus irgendeinem Grund fürchte ich mich immer vor unaufgeforderten Leseexemplaren, da ich nicht immer alles lesen möchte was mir zugeschickt wird. Und so war ich bei "Poison Diaries" auch erstmal skeptisch. Das grün-schwarze Cover mit goldenen Lettern sieht schon imposant aber auch ein wenig kitschig aus.
Mein erster Gedanke war "Bitte nicht schon wieder ein Vampirroman" Ich mag Vampire, nein ich habe sie mal gemocht und zwar zu der Zeit als sie sich nicht von egomanen Gören beeindrucken ließen (Ihr wisst sicherlich welche Bücher ich meine;). Ich mochte sie als blutsaugende und gemeine Bestien. Oder aber ein bisschen gefühlvoller wie in "Interview mit einem Vampir" aber trotzdem furchteinflößend.
Nun denn, da die Rückseite nicht viel hergibt habe ich dann den Klapptext gelesen und war doch erstaunt. Ein Buch über Pflanzen? Geht das?
Inhalt:
Der Roman spielt um das Jahr 1800 in England wo Jessamine zusammen mit ihrem Vater in einer verfallenen Kapelle abseits allen Trubels lebt. Ihr Vater ist Botaniker und kennt sich in der Welt der Plfanzen bestens aus. Er weiß welche Wirkung sie auf Menschen haben und übernimmt somit oft die Aufgabe des Arztes. Die meisten Menschen vertrauen ihm weil er weiß wie man Schmerzen lindert und wie man heilt. Er selbst jedoch zweifelt an seinem Können, denn er würde gerne viel mehr wissen, zu mehr in der Lage sein doch seine Forschungen haben nur mäßigen Erfolg.
Und plötzlich kommt Weed in das beschauliche Leben der beiden, er ist schüchtern und redet kaum aber er scheint sich in der Plfanzenwelt um Längen besser auszukennen als jeder andere, doch er möchte sein Geheimnis auf keinen Fall preisgeben...und dann wird auch noch Jessamine totkrank. Ist Weed für ihr Leid verantwortlich?
Mein Meinung:  
Nun, so viel zum Inhalt. Der Plot klingt nicht sehr spektakulär aber es ist doch eine Erfrischung nach all den Vampiren und Werwölfen. "Botanik" möchte man meinen, das langweiligste Thema auf Erden! Und dann kommen diese vielen Giftpflanzen und man staunt nicht schlecht wenn man erfährt wie nur wenige Beeren von Belladonna einen Menschen töten können. Interesse an Rauschmitteln? Gibts auch in dem Buch ;) zwar nur indirekt aber ja, man könnte was draus lernen. Und das ist auch meine Sorge. Nicht dass nach der Lektüre die Jugendlichen plötzlich auf die Wiesen rennen (wobei da teilweise auch der heimische Garten genügt) um sich zu berauschen.
Die Geschichte ist leider doch recht flach. Jessamine lebt abgeschieden ohne den Kontakt zu Menschen und da wirft sie sich gleich auf den ersten, den sie zu Gesicht bekommt. Dieser ist auch noch ein echter Superheld oder etwa doch nicht?
Gestört haben mich sowohl der doch recht gewöhnungsbedürftige Schreibstil als auch die übertriebene Nutzung von blumigen adjektiven und neuerfundenen Verlgeichen wie z.B. "Seine Augen waren so ausdruckslos wie Gras" S. 59 oder "er wirkt zerbrechlich wie ein Weidenschössling". Auch die Wiederholung  über Weeds grüne Augen, jeweils mit einem anderen Adjektiv gepaart hing mir bald zum Hals raus.
An das erstere, die Sprache,  kann man sich jedoch gewöhnen, denn sie erinnert  stark an eine altertümliche Art zu sprechen und zu schreiben, an die Häufung von schwachsinniger Adjektiven eher nicht.
Ich persönlich hatte das Gefühl, dass das Buch sehr gut gedacht war aber zu kurz gekommen ist. Hätte die Autorin die Geschichte stärker ausgebaut, hätte sie den Charakteren mehr Raum zur Entfaltung gegeben und sich auch allgemein mehr auf den Ausbau konzentriert, wäre es ein einzigartiger Roman geworden. Schade, denn mir hat die Idee, die hinter dem Roman steckt, wirklich gut gefallen und ich möchte das Buch trotz der Mängel nicht so schlecht bewerten, denn es beinhaltet doch auch viele sehr gute Ansätze und unvorhersehbare Wendungen.
Der Roman endet übrigens mit einem Cliffhanger. Die englische Beschreibung des zweiten Teils schreckt mich allerdings ein wenig ab:
!!! Achtung Spoiler !!! 
"The Poison Diaries. Our heroine, Jessamine, has lost her faith in the men she loved, and her innocence as well. She turns to the dark side and plots to kill her father, using his own poisons, before becoming an assassin, a poisoner for hire. Can she recover from her heartache and reunite with her true love, Weed?"
!!! Spoiler Ende !!! 
Das klingt nun völlig an den Haaren herbeigezogen! Und so sieht nun mein Fazit aus:
Super Idee, die leider nur dürftig umgesetzt wurde. Man hätte mit dem Thema Botanik und Giftpflanzen sehr viel machen können (schließlich schafft man es ja auch immer wieder mit den gleichen Blutsaugern und Werwölfen ;) Hier scheitert die Autorin ganz klar an dem zu oberflächlichen Inhalt und dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil.
Wer sich jedoch ein wenig über Giftplfanzen informieren möchte nur zu! Die Aussagen im Buch stimmen nämlich, leider fehlt hier aber so eine Art Verzeichnis --> wäre doch nicht schlecht alle Pflanzen auf einen Blick parat zu haben, am besten mit ihrer Wirkung für den Menschen
Allgemein würde ich niemanden von dem Roman abhalten, denn ich fand die Stroy trotz ihrer Knappheit sehr ansprechend und alleine aufgrund der einmaligen Idee über Giftpflanzen zu schreiben, lesenswert.

Thematik          5/5
Handlung         3/5
Charaktere       2/5
Lesespaß         4/5
Sprache           3/5
Ergibt glatte 3,4 Sterne

Notiz: 
ich habe noch nie zuvor so lange an einer Rezension geschrieben. Man merkt auch bei der Sternevergabe wie unentschlossen ich war. Die Thematik fand ich echt klasse, aber die Handlung und die dürftigen Charaktere! Ich habe - und es ist wahr! -  die Rezension 3 Mal geschrieben und sie jedes Mal ruhen lassen um mir diese noch einmal in ein paar Wochen durchlesen zu können, denn ich wollte keinesfalls ein Buch loben, das den Lob gar nicht verdient hat aber zugleich hatte ich schreckliche Angst eine total unfaire und unverdient schlechte Rezi zu posten...nun, nach fast 2 Monaten Wartezeit und Abstand zum Buch ist denke ich eine recht objektive Kritik geschrieben zu haben. Was haltet Ihr von dem Buch? Stehe mit meiner Zerrissenheit etwa alleine da???

5 Kommentare:

Eine wirklich schöne Rezension! :) Wobei ich glaube, dass das Buch eher nichts für mich sein wird?! :)

LG
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Jeden Montag neuer Lesestoff

@Ayanea: Ehrlich, mich überfordert dieses Buch! Ich finde es nicht schlechter als die Bis(s) Reihe, eher noch besser - zumindest als die Teile 2 bis 5 :) aber langsam kann ich mich auf mich selbst nicht mehr verlassen! Eigentlich habe ich immer gedacht, dass je mehr man selbst liest, desto wählerischer wird man - bei mir ist jedoch das Gegenteil der Fall: Ich werde immer aufgeschlossener und bewerte die Bücher nicht mehr so streng weil ich in fast jedem eine Seele finde, die man nicht einfach so beleidigen kann...es fällt mir unheimlich schwer Bücher "fertig zu machen" :/

Eigentlich könntest du es lesen wenn es dir mal in die Hände fällt. Es ist so dünn, dass du es sicherlich innerhalb von 3 Stunden durch hast :)

Das Buch steht jetzt schon seit Ewigkeiten auf meinem SUB, war ein absoluter Cover kauf da konnte ich einfach nicht vorbeigehen.
Und jetzt höre ich als die ganzen Zwiegespalten Meinungen über das Buch...
Ich bin mal gespannt wie ich das ganze Empfinde obwohl ich flache Charaktere ganz grausam in Büchern finden.

LG Sumpflicht

Ich weiß genau was du meinst und stimme dir in allen Punkten vollkommen zu. Ich habe die Rezi über "Die poisen diaries" auch noch offen und drück mich schon eine ganze weile darum die rezi zu schreiben, weil ich auch nicht richtig weiß wie ich meine Gedanken dazu am besten ausdrücken soll...ist selten, dass ich nicht weiß wie ich zu einem Buch stehen soll -.-´
Ich bin mir nicht ganz sicher was ich vom Inhalt des Buches halten soll, aber ich denke ich werde es mir trotzdem durch lesen, da ich da Buch nicht so unabgeschlossen haben will^^
Du hast wirklich eine schöne rezi geschrieben, ich hoffe das meine annähernd so gut wird wie deine, wenn ich mich mal dazu durch ringe weiter zuschreiben ;)

Ganz liebe Grüße an dich
Nicole

Hallo Nicole,

gerade eben habe ich eine 4,5 Sterne Rezension zu dem Buch gelesen und war mit meiner Bewertung schon wieder total unzufrieden...so geht es die ganze Zeit!! Das Buch ist ja wirklich etwas sehr Neues und Einzigartiges! Und ich habe es auch schnell und gerne gelesen, warum verdammt nochmal habe ich mich doch zu einer eher negativen Bewertung hinreißen lassen? Oh je, ich hoffe es wird nicht so oft dazu kommen, dass ich solche Bücher lesen muss!! Ich werde Teil 2 vielleicht doch noch lesen obwohl mir die Beschreibung gar nicht zusagt :( aber man will ja wissen wie es weitergeht!!

sag mir bescheid wenn du deine Rezi hast!! Ich möchte wissen wie du dich entscheidest!!!

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