Mittwoch, 2. November 2011

[KINO | FILM] ... Melancholia ...


Melancholia ist kein Film für Jedermann. Es ist auch kein typischer Kinofilm und gehört ganz und gar nicht in die Abteilung Science - Fiction. Dieser wunderbare Film von Lars von Trier porträtiert auf dramatische Weise eine Krankheit - Die Depression. 

Ich weiß nicht wie es sich anfühlt, wenn man den Film unbefangen und ohne Vorwissen sieht, aber ich denke, er könnte so manchen ein wenig ratlos zurücklassen. Denn scheinbar geht es darin um zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten - gut dargestellt durch die blonde Kirsten Dunst und brünette Charlotte Gainsbourg (zu den Haarfarben und Symbolen später mehr). 

Aufgeteilt in zwei Akte sieht man zunächst einmal die Hochzeit von JUSTINE. Die Kamera wieder typisch für Trier ein wenig wackelig - jedoch bei weitem nicht so schlimm wie in manch einem Werk von Trier zuvor! Justine hat im Grunde alles - einen tollen Mann - gespielt von Alexander Skarsgard, einen super Job und trotzdem scheint gerade die Hochzeit etwas apokalyptisches in ihr auszulösen und der Zuschauer sieht zu, wie sie in nur wenigen Stunden alle Facetten an Stimmungsschwankungen durchlebt und sich selbst zu zerstören versucht. Mag sein, dass diese Hochzeit eine Mögliche Ehe porträtiert - für die normale Paare aber mindestens 5 Jahre brauchen würden. Die blonde Kirsten alias Justine schafft es in nur einer Nacht! 


Der zweite Akt zeigt die fürsorgliche Mutter, Ehefrau und Schwester CLAIR, die sich nach und nach immer mehr in ihren Ängsten verliert. Denn Melancholia - ein Komet rast auf die Erde zu und das Internet ist voll Weltuntergangsszenarien, denen sich Clair nicht entziehen kann, und das obwohl sie einen Wissenschaftler als Mann hat. Dieser wartet voller Euphorie auf den Tag, an dem der Komet an der Erde vorbeisausen soll, während Clair einen Vorrat an Schlaftabletten anlegt um für alle Fälle gerüstet zu sein. 


Je näher die Katastrophe oder das Schauspiel rückt, desto schlechter geht es Clair. Während ihre Schwester Justine gerade jetzt zum Leben erwacht und am Ende die Zügel in die Hand nimmt. Wo wir nun bei den Haarfarben wären...



Lars von Trier gibt dem Zuschauer den Rat auf den Weg die beiden Schwestern als eine einzige Person zu betrachten und genau diese Sichtweise gibt dem Film erst einen Sinn. Die Höhen und Tiefen, die Sehnsucht nach dem Tod und die Angst vor demselbigen, der Wunsch nach Normalität und die Unmöglichkeit diese zu erreichen - all das in einer Person vereint zeigt einmalig was Depressionen aus einem Menschen machen. Man kann als Zuschauer die Zerrissenheit beinahe am eigenen Leib spüren...

Am Ende zeigt sich jedoch, dass auch ein gesunder Mensch ein wenig von beiden Schwestern in sich braucht. Den Optimismus aber auch nicht minder den Pessimismus bzw. Realismus der einen - wenn alle Hoffnungen zerstört werden - noch klar denken lässt. 

Mal wieder ein wundervoller Film von Trier, dem Maler unter den Filmemachern, dem Künstler unter den Regisseuren!!! 

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