Sonntag, 24. Juli 2011

[OPAW] ... Nach dem Sommer ...

Erst vor ein paar Tagen habe ich "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater beendet und möchte nun die Gedichte aus dem Buch mit Euch teilen, denn sie alle kommen in dem Roman nur als Ausschnitte vor und sind eigentlich viel zu schön dafür...

Das ist der Ausschnitt aus dem Buch. Auf Seite 220 von "Nach dem Sommer" befindet sich ein Gedicht von Rainer Maria Rilke ...


Hier ist übrigens das komplette Gedicht und zwar auch besser leserlich :)

Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,
um jede Stunde zu weihn.
Ich bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,
um vor dir zu sein wie ein Ding,
dunkel und klug.
Ich will meinen Willen und will meinen Willen begleiten
die Wege zur Tat;
und will in stillen, irgendwie zögernden Zeiten,
wenn etwas naht,
unter den Wissenden sein
oder allein.
Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt
und will niemals blind sein oder zu alt,
um dein schweres schwankendes Bild zu halten.
Ich will mich entfalten.
Nirgends will ich gebogen bleiben,
denn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.
Und ich will meinen Sinn
wahr vor dir. Ich will mich beschreiben
wie ein Bild, das ich sah
lange und nah,
wie ein Wort, das ich begriff,
wie meinen täglichen Krug,
wie meiner Mutter Gesicht,
wie ein Schiff,
das mich trug
durch den tödlichsten Sturm.

3 Kommentare:

Ich habe die Gedichte von Rainer Maria Rilke bereits in der Schule geliebt und damit konnte das Buch auch bei mir einen riesigen Pluspunkt ergattern.

Wow, Rilke in der Schule - das ist klasse!!!

@dyabollo: Meine Deutschleherin war damals sehr vernarrt in ihn, zu meinem Glück ;)

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