Mittwoch, 5. Januar 2011

[INTERVIEW] mit Nora Melling

(c) Dieter Kroll
Liebe Leser, nach einer kleinen Zwangspause, in der ich ohne Internet ausharren musste, geht es nun wie versprochen weiter. Zunächst einmal folgt hier wie versprochen das Interview mit Nora Melling. Dieses hat sich spontan ergeben und zwar dadurch, dass ich das Buch "Schattenblüte" bei Lovelybooks testlesen durfte. Da die Autorin immer mit dabei war, kam es dann zu einem regen Mailwechsel und daraus hat sich nach und nach dieses Interview ergeben. Ich spanne euch aber nicht weiter auf die Folter....

dyabollo: Liebe Nora, wie kamst Du einfach mal so auf die Idee ein Buch zu schreiben? Oder schlummerte der Wunsch schon länger in Dir?

Nora: Der Wunsch schlummerte schon, naja, irgendwie immer. Ich war nur früher immer daran gescheitert, dass ich einfach drauflos geschrieben habe und meine Geschichten nie ein Ende hatten. Nach meiner Kinderpause habe ich dann noch einmal darüber nachgedacht: Ich hatte mich ja weiter entwickelt und auch im Strudium systematisches Arbeiten gelernt. Wenn ich also inzwischen Seminararbeiten, meine Diplomarbeit und meine Assesorarbeit planen, struktureiern und fertig schreiben kann, warum dann nicht auch einen Roman? Dann habe ich es also nochmal probiert, diesmal "systematisch". Das heißt, ich habe eine Reihe Schreibratgeber gelesen, mich im Internet informiert und begonnen, Geschichten auch mal ein bisschen zu planen, bevor ich einfach losgeschrieben habe. ;-)  


dyabollo: Wie lange war die Idee zu "Schattenblüte" in Dir bevor sie ausgebrochen ist? Und was war der Auslöser diese aufzuschreiben?!

Nora: Ich wollte eigentlich einen ganz andere Geschichte schreiben, die ich für "vernünftiger" hielt. Irgendwie ist es dann doch Schattenblüte geworden. Ich glaube, ich habe ein paar Wochen lang Ideen aufgeschrieben, bis ich mich entschlossen habe, mit der Geschichte zu beginnen. 


dyabollo: Wie war das mit der Verlagssuche? Bist Du erst auf die Suche gegangen als Du fertig warst? oder bereits mit einer groben Skizze? oder war das ganz anders??? Wenn ja, wie?!

Nora: Ich war gar nicht auf Verlagssuche. Ich habe, als ich meinte fertig zu sein, eine Agentur angeschrieben, mein Projekt vorgestellt und gefragt, ob sie mein Manuskript mal lesen möchten. Ich wollte einfach  wissen, ob die Idee etwas taugt. Zum Glück war die Agentur interessiert und hat mich vertreten. Nach ein paar Umarbeitungen (so "fertig" war meine Geschichte eben doch nicht) hat die Agentur dann einen Verlag für das Manuskript gefunden.  

dyabollo: Hast Du jemals an dir und deinen Fähigkeiten gezweifelt? Hattest Du Schreibblockaden?

Nora: Jemals? Täglich!


dyabollo: So, nun zum Buch...
Deine Werwölfe sind ja ganz neue Exemplare...wie kommt man auf eine solche Idee? Wolf werden um die Probleme zu vergessen...hat mir richtig gut gefallen...Woher bekommst du deine Anregungen?! In wie weit helfen Dir deine Kinder / deine Familie weiter? Wer ist besonders stolz auf Dich? ;)

Nora: Mit den Ideen ist das so eine Sache. Ich glaube, jeder Mensch hat täglich ganz viele davon, denkt ein paar Sekunden darüber nach und vergisst sie wieder. Autoren sind diese leicht bekloppten Leute, die ständig nach einem Zettel und einem Stift suchen und diese Ideen hektisch aufschreiben, sobald sie auftauchen, um sie eben nicht wieder zu vergessen.

Zu den Werwölfen:
Erst einmal: Tiere denken anders als Menschen, für sie gibt es kein Nachgrübeln üner das, was gestern war udn auch keine Angst vor dem, was morgen sein wird. Ich fand es interessant, darüber nachzudenken, wie wohl jemand lebt und mit seinen Problemen umgeht, dem diese Möglickeit, seine Denkstrukturen für eine gewisse Zeit zu vereinfachen, offen steht?  
Zum Zweiten: Wenn jemand seine Probleme vergessen möchte, kann er zum Beispiel auf die Idee kommen, Drogen oder Alkohl zu sich zu nehmen. Dann vergisst man seine Probleme für eine Weile, wird aber längerfristig anhängig und die Persönlichkeit verändert sich. In der Realität sieht man jemandem diese Persönlichkeitsveränderung natürlich nicht an, außer man kennt denjenigen sehr gut. In der Fantasy hat man da ganz andere Mittel, da kann jemand wirklich aufhören Mensch zu sein und zum Tier werden.
  

 
 
dyabollo: Du schreibst jetzt an deinem zweiten Roman geht es da wieder um Werwölfe? Begleitest du das neue Rudel auf seinen Reisen? Oder bleibst du bei Luisa und Lars? Wirst du auch noch etwas über Karr erzählen?
Es ist nämlich schwierig sich von Personen zu trennen, die man so lieb gewonnen hat...deswegen hoffe ich, dass du doch eher bei den beiden Protagonisten bleibst...
  
Nora: Luisa und Lars werden die Hauptpersonen sein. Klar! 

dyabollo: Und sollte es doch wieder Luisa geben, wird es dann auch neue Entwicklungen bei den Eltern geben? Wirst Du auch Lotti beibehalten?

Nora: Siehst Du, damit kämpfe ich noch. Das muss ja eigentlich auch noch in die Geschichte, aber ich weiß  noch nicht wie. Hmm, mal gucken.

dyabollo: Wann ungefähr wird das zweite Buch rauskommen?! Gibt es da schon irgendwelche Vorstellungen?!

Nora: Geplant ist Teil zwei für November 2011. Ich hoffe, das klappt auch. Ich habe noch nie ein Buch nach Termin geschrieben. 
 
dyabollo: Wie ist es eigentlich allgemein für Dich, was hat sich seit dem letzten Mal verändert?

Nora: Der Termin. Wie soll mir bloß alles, was in das Buch rein soll, bis zum Abgabetermin einfallen?

dyabollo: Fällt es Dir jetzt leichter den zweiten Teil zu schreiben? Wenn ja, liegt es an der Unterstützung vom Verlag oder daran, dass Du jetzt weißt, dass Du es richtig machst weil die Leser dich und deine Geschichte lieben?
Oder ist es doch schwerer weil Dir dauernd jemand auf die Finger schaut?!

Nora: Beides. Ich bin einerseits erleichtert (und sehr glücklich!), dass die Leser Luisa und Thursen lieben. Andererseits ist es ja natürlich auch ein ganz schöner Druck, wenn da auf einmal so viele nette Leute auf eine Fortsetzung warten, die man alle nicht enttäuschen darf.

dyabollo: Was hat sich bei Dir zu Hause verändert? Freuen sich auch deine Kinder auf das neue Buch und machen Druck?

Nora: Ich widme jetzt mehr Zeit dem Schreiben, da mussten wir den Haushalt etwas umorganisieren.

 dyabollo: Hast Du Angst vor der Zukunft oder freust Du Dich auf sie? Wo siehst Du Dich selbst in 5 und wo in 10 Jahren?

Nora: Jetzt wirklich Autorin zu sein fühlt sich für mich noch so unwirklich an. Ich denke immer, in ein paar Wochen ist mein Buch quasi rückstandsfrei wieder vom Buchmarkt verschwunden und niemand erinnert sich, dass es Schattenblüte jemals gegeben hat.
Allerdings hoffe ich natürlich etwas anderes, nämlich, dass in fünf bis zehn Jahren noch viele weitere spannende Bücher von mir erschienen sind, die die Leser ebenso mögen werden wie Schattenblüte - die Verborgenen. Und daran arbeite ich.   

 dyabollo: Erkennen Dich bereits jetzt schon die Leute auf der Straßen und möchten Autogramme? Wie fühlt es sich an? 

Nora: *Hüstel* Ich bin Autorin, kein Pop-Star! Zum Glück hat mich bisher noch niemand erkannt, und das ist auch gut so. Stell Dir vor, Du müsstest Dich jedes (jedes!) mal stylen, wenn nur zum Briefkasten willst, weil Dich vielleicht jemand erkennen (und womöglcih fotografieren) könnte!    

dyabollo: Und wie gehst Du mit Kritik um? Machst Du Dir Sorgen wenn Du etwas Schlechtes über das Buch liest? Bist Du gar beleidigt? betrübt? Denn schließlich ist der Roman wie ein Baby, das ein Fremder einfach mal so beleidigt...

Nora: Ich bin noch nicht so lange Autorin, dass negative Kritik einfach an mir abperlt, ich bin dann schon eine Weile ziemlich geknickt - wenn ich die Kritik ernst nehmen kann. Wenn einer schreibt: "Das Buch ist total das Letzte", was bitte soll ich dann daraus lernen? Doch nur, das derjenige einen anderen Buchgeschmack hat als ich.
Inzwischen habe ich außerdem festgestellt, dass das, was einer kritisiert, oft das gleiche ist, was einem anderen besonders gut gefällt. Zum Glück wird Schattenblüte ja auch oft gelobt, darüber freue ich mich dann immer sehr. 
:-)

Hiermit möchte ich mich noch einmal bei Nora Melling für dieses tolle Gespräch bedanken und auch für das schöne Buch - Schattenblüte - Nicht nur für das Vergnügen, das es mir beim Lesen bereitet hat sondern auch für das Verlosungsexemplar, das mir vom rowohlt Verlag zur Verfügung gestellt wurde!! Vielen Dank !!! 

Das Gewinnspiel folgt in nur wenigen Tagen!!!

1 Kommentare:

Ich hab mir das Buch vor wenigen wochen gekauft und hatte es in nur 2 Stunden durchgelesen!
Ich finde das Buch ist einfach spitze ich liebe es :)
Danke für das tolle Interview, hat mir auch ein paar Anregungen gegeben weiter zu machen und nicht aufzugeben bei meinem eigenen kleinen Buchtraum :)

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