Dienstag, 6. Dezember 2011

[BUCH / HÖRBUCH] ... Irgendwann ...

... werden wir uns alles erzählen von Daniela Krien.

Es ist das Jahr 1990 und wir befinden uns in der DDR, die keine mehr ist. Aber ist es von Bedeutung? Nein, denn in diesem Roman ist die historische Kulisse nur eine Formsache um den Protagonisten ein Heim zu geben. 

Maria ist 17 und lebt bei ihrem Freund Johannes auf dem "Dreiseithof" in dem "Spinnenzimmer" unterm Dach. Johannes steht kurz vor dem Abitur und auch Maria sollte bald das Gymnasium beenden, doch sie zeigt immer mehr Desinteresse an der Schule und bleibt lieber im Bett bei den "Brüdern Karamasow". Weder Johannes´ Eltern noch seine Großeltern, die alle zusammen auf dem Hof leben, sagen etwas dazu. Denn Maria ist eine fleißige Helferin und so lange sie nicht nur liest, sondern auch auf dem Hof mitarbeitet, lässt man sie ihr Ding durchziehen. 

Nach einem Autounfall, den Marias Mutter auf dem Weg zum Dreiseithof baut und der übrigens sehr glimpflich verläuft, bietet der 40 Jahre alte Henner seine Hilfe an. Doch anstatt Maria zu Johannes zu fahren, bringt er sie auf seinen eigenen Hof. Was dann passiert scheint auch Maria nicht recht zu begreifen. Wird sie nun von Henner vergewaltigt oder geschieht alles mit ihrer Einverständnis?! Perplex kommt sie nach alle dem bei Johannes an und versucht so gut es geht die blauen Flecken zu verdecken. Doch schon kurz darauf entfacht eine Leidenschaft in dem Mädchen, die sie immer wieder in die Arme des über 20 Jahre älteren Henner treibt. 

                                Meine Meinung                             

Ich habe diesen Roman zunächst einmal als Hörbuch genossen. Die Stimme von Anna Thalbach lässt Maria dermaßen naiv und unschuldig erscheinen, dass man ihre Zerrissenheit beinahe körperlich fühlt. 

Bei diesem Buch handelt es sich um einen typischen Adoleszenz Roman mit allem was zum Erwachsen werden dazu gehört. Maria ist reifer als der Rest ihrer Klasse und man kann gut nachvollziehen warum sie keine Lust auf Schule hat. Da sich ihr Freund Johannes in eine völlig andere Richtung entwickelt und sich nur noch um sich selbst kümmert und auch sonst keiner ein Ohr für das junge Mädchen zu haben scheint, ist es fast schon vorprogrammiert, dass sie Zuflucht in den starken Armen von Henner sucht. Was zunächst wie eine Vergewaltigung aussieht, entfacht starke Gefühle sowohl bei Henner als auch bei Maria. Doch was würde man über dieses ungleiche Paar im Dorf sagen? Wie soll Maria dann noch Johannes und seiner Familie in die Augen schauen? Und irgendwie liebt sie ja auch Johannes, oder etwa nicht? 

Mich hat die Erzählung so sehr berührt, dass ich mir sofort auch das Buch gekauft um die Worte besser fassen bzw. festhalten zu können, denn das was Daniela Krien mit ihrem Debütroman geschaffen hat, ist so tiefgehend und so realistisch und nachvollziehbar, dass man es förmlich miterlebt. Das Ende bietet auch noch einen tragischen Höhepunkt der zwar sehr pathetisch erscheint und doch irgendwie zum Buch passt. 

                                      Fazit                               

Prädikat lesenswert und unentbehrlich ! Ein authentischer Adoleszenzroman der so wie er erzählt wird einfach nur perfekt und stimmig wirkt. Nichts daran erscheint fehl am Platz. Als das Tüpfelchen auf dem i könnte man das Hörbuch mit der Stimme von Anna Thalbach bezeichnen, die Naivität einer 17 Jährigen alleine durch ihre Stimme zu erschaffen vermag.


Handlung          5/5
Charaktere        5/5
Lesespaß          5/5
Sprache           5/5
Preis/Leistung    5/5

Volle 5 Sterne!!! 



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