Mittwoch, 12. Dezember 2012

[Projekt 52] #49




Bei "Projekt 52" geht es darum, jeden Mittwoch ein Foto zu einem bestimmten Thema zu schießen und zu posten. Aber nicht irgend ein Foto! Immer am 1. werden 4 Themen bekannt gegeben, die man dann in dem jeweiligen Monat umzusetzen hat. Das soll die Teilnehmer dazu animieren zur Kamera zu greifen, anstatt bereits vorhandene Fotos hochzuladen. 

                    Kleinigkeiten | Must Have | Mit allen Sinnen | Ich 




Und wieder einmal ist ein Foto fällig. Ich bin froh, dass es überhaupt zu irgendwelchen Regelmäßigkeit auf meinem Blog kommt, denn dieses ganze Jahr schleppt sich nur so dahin ohne, dass ich mich zu etwas aufraffen kann. Keine Ahnung was mit mir los ist. Irgendwie fühlt sich das wie eine "Midlife-Crisis" an. Und dabei bin ich gerade mal über ein Viertel des Lebens hinaus gekommen (immer schön optimistisch bleiben). Ich weiß einfach nicht wo ich hin will, weder was meinen Blog angeht, noch mein Leben. Täglich frage ich mich, ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe und ob ich nicht auf genau diesem zu viel verpasse. Meine Werte haben sich in den letzten Jahren stark verändert aber mein Leben ist das alte geblieben und das scheint nicht mehr so recht zu passen. Immer wieder ecke ich an, immer wieder denke ich, dass die Menschen um mich herum nicht so ticken wie ich und mich deswegen nicht verstehen. Gerade die, die mir am nächsten sind, rücken immer weiter weg von mir weil ich nicht mehr mitlaufen möchte sondern meine Überzeugungen durchsetzten möchte...



Ich bin gerade sowieso total am Boden zerstört. Gestern auf dem Weg von der Uni habe ich eine Katze am Straßenrand bemerkt. Der erste Gedanke: Sie ist tot, die arme. Der zweite: Aber verdammt, sie bewegt sich. Als ich das realisiert habe, war ich jedoch schon 200m weiter. Bei dem Verkehr keine Möglichkeit zu wenden oder irgendwo anzuhalten. Also musste ich noch einmal um den kompletten Block fahren. Und als ich endlich wieder an der Stelle anhielt, bewegte sie sich nicht mehr. Ihr kleines Köpfchen ruhte auf einem Eisklumpen wie auf einem Kissen. Ich trat näher um sicher zu gehen, dass sie wirklich tot war. Ein älterer Mann war gerade an ihr vorbei gegangen ohne zu reagieren. Ich hatte panische Angst, denn ich wollte kein Blut, keine zertrümmerten Glieder sehen aber ich musste - ich musste einfach sicher gehen, dass sie tot war und mir beweisen, dass meine Fantasie einen Streich gespielt hatte. Und als ich mich über sie beugte, sah sie mich gequält an, öffnete ihr Maul und versuchte sich bemerkbar zu machen, aber sie blieb stumm. Ich nahm sie so behutsam wie möglich in die Arme, denn ich wusste nicht, ob sie nicht irgendwelche Brüche erlitten hatte. Und dann stand ich da und wusste erst einmal nicht was ich tun sollte. Ich sah sie an, versuchte mir klar zu werden wie schlimm die Lage war und war fest davon überzeugt, dass sie wohl nur ein wenig an der Nase verletzt war. Sie blutete, jedoch nicht stark und atmete durch den Mund. Sonst war sie heil. Ich lief dem Mann hinterher, rief seinen Namen, bat ihn um Hilfe aber er reagierte überhaupt nicht. Erst als ich ihn eingeholt hatte, meinte er, er verstehe kein Wort deutsch ich solle warten. Worauf? Ich wusste gar nicht was ich tun sollte. Also legte ich das arme Geschöpf auf die kalten Treppen des Hauses, in dem der Mann verschwunden war, denn zum Auto zurück war es jetzt zu weit, und rief die Auskunft an - vergeblich. Beide Tierärzte im Ort hatten bereits geschlossen. Ich konnte nun nicht mehr weiter telefonieren. Ich musste die Katze ins warme Auto bringen. Erst als ich sie im Auto hingelegt habe, kam ein junger Mann mit einer Decke auf mich zu und meinte er hätte bereits einen Tierarzt erreichen können. Er wünschte mir noch Glück. Warum mir und nicht der Katze? Und ich fuhr los. Quälend langsam durch den Verkehr. Ununterbrochen redete ich auf die Katze ein, streichelte sie ganz vorsichtig, einfach nur, damit sie wusste, dass sie nicht alleine war aber schon nach der ersten roten Ampel war mir klar, dass sie gar nicht mehr da war. Ich gab noch mehr Gas, doch kurz vor der Klinik fragte ich mich tatsächlich wozu ich überhaupt noch weiter fuhr. Sie atmete nicht mehr, ihre Augen sahen durch mich hindurch. Aber sie war noch so warm und so weich also brachte ich sie doch noch in die Tierklinik, nur damit mir der Arzt bestätigen konnte, dass sie wirklich tot war... 

Und immer wieder frage ich mich: Was sind das für Menschen, die ein Lebewesen anfahren und nicht stehen bleiben? Die einfach weiter fahren, als wäre nichts passiert? Der Arzt meinte zwar, der Kater hätte es wohl so oder so nicht geschafft, aber immerhin ist er in einem warmen Auto und meiner Hand auf seinem Fell gestorben und nicht mit dem Eisklotz unter dem Kopf und den vorbeirasenden Autos vor seinen Augen. Aber ist es mir ein Trost? Nein... natürlich nicht 


1 Kommentare:

T_T Buhuuu... das ist so traurig und lässt mich sofort an meine damalige Katze denken, die auch überfahren wurde und einfach am Straßenrand liegen gelassen wurde. :-(

Schnüff.
Liebe Grüße
Christina

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