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Da es heute regnet (zumindest bei uns) gibt es auch ein passendes Gedicht dazu. Ich weiß nicht warum ich gerade dieses gewählt habe, aber es ist einfach nur schön traurig...
Und da bin ich wieder mit einem neuen Gedicht für Euch. Ich habe mir das Gedicht "Fukushima" von Beatrix Brockman ausgesucht weil ich gemerkt habe, dass viele nach der Katastrophe in Japan auf meinem Blog gelandet sind weil sie über google nach einem passenden Gedicht gesucht haben.
Und da ich den Blog von Beatrix schon länger verfolge, habe ich Sie gefragt ob ich ihr Gedicht hier posten dürfte und hier ist es schon:
ver-cernobyl-t
unser heute
be-sorgt
es neue
ein-sichten
oder wird es
morgen dort
auch
strahlendes
wetter geben
So, und nun möchte ich mich für bis Freitag von Euch verabschieden, denn ich werde wohl kaum die Möglichkeit haben On zu gehen :/
Heute habe ich ein sehr kurzes aber dennoch treffliches Gedicht ausgewählt aber seht selbst:
Hoffnung
Schaff, das Tagwerk meiner Hände,
Hohes Glück, daß ichs vollende!
Laß, o laß mich nicht ermatten!
Nein, es sind nicht leere Träume:
Jetzt nur Stangen, diese Bäume
Geben einst noch Frucht und Schatten.
Johann Wolfgang von Goethe
Was ist eigentlich los mit der Welt da draußen? Japan ist nun langweilig geworden und nur noch eine Randnotiz im deutschen Fernsehen! Keine Zeitung hat das Thema mehr auf Seite eins! Es ist schlimm wie die Bevölkerung Japans völlig untergeht, denn seit dem Erdbeben interessiert uns nur Fukushima und auch dieses Thema soll jetzt wohl auch schnell vom Tisch.
Kurzerhand werden ein paar AKWs abgeschaltet - nur so lange in dem einen oder anderen Bundesland die Wahlen bevorstehen. Mappus, der Ministerpräsident von Baden- Württemberg, einst noch der größte Atomlobbyist wird nun grün? - Klar! Und wir glaubens auch!
An alle da draußen!!! Auch wenn die Politik über kein Langzeitgedächtnis verfügt - wir haben eines! Und wir dürfen nicht vergessen, dass 205 AKWs in unserer unmittelbaren Umgebung sind, und auch wenn der GAU in Fukushima in Vergessenheit gerät wie es auch bei Tschernobyl der Fall war, wir sollten eines bedenken: Wenn etwas ähnliches hier bei uns passiert - egal wie unvorstellbar das auch sein mag - dann ist es zu spät die Situation zu überdenken und auf Solar und Windenergie umzusteigen! Wir müssen jetzt die richtige Wahl treffen!!
Einige Wissenschaftler haben sich bereits die Mühe gemacht und sowohl die Möglichkeiten als auch die Strompreise für grünen Strom berechnet. Und ehrlich 150 Euro mehr im Jahr sind für unsere Sicherheit nicht mal der Rede wert!
Zunächst einmal das doch das recht sarkastische Gedicht von Erich Kästner das doch recht gut zu den Ereignissen der letzten Tage passt:
Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt,
bis zur dreißigsten Etage.
Da saßen sie nun, den Flöhnt entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.
Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.
Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehen die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.
Was ihre Verdauung übrig läßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzenst.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
dass Cäsar Plattfüße hatte.
So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.
Was gerade in Japan passiert ist tragisch, so viele Menschenleben wurden in so kurzer Zeit einfach ausgelöscht (die anderen Lebenwesen werden ja gar nicht erst in Betracht gezogen, aber es sind sicherlich um einiges mehr) doch was Japan noch droht ist viel erschreckender. Sollten es tatsächlich zu einem GAU (größter anzunehmender Unfall) kommen und das gleich in zwei Atomkraftwerken (!!), muss man auch noch mehr als 50 Jahre (wenn nicht viel länger?!) mit den Folgen rechnen!
Die Katastrophe von Tschernobyl ist fast genau 25 Jahre (am 26 April) her und die Folgen spürt man noch immer. Das Gebiet ist zwar jetzt zu einer Touristenatraktionen für Lebensmüde geworden ( und 1x im Jahr dürfen auch die Angehörigen auf die zurückgelassenen Gräber ) - doch die Strahlung liegt immer noch um ein dreifaches über dem Normalwert und leben sollte man dort nicht. Deswegen wurde auch der unmittelbare Umkreis von ca. 30 Kilometern zum Sperrgebiet erklärt. Bis heute sind insgesamt 4,6 Millionen Menschen als Opfer der Tschernobyl Katastrophe anerkannt 1/3 davon Kinder.
Natürlich wurden die japanischen Kraftwerke "besser" gebaut, doch wie SPIEGEL berichtet wurde gerade in dem Fukushima Kraftwerkt nicht nur Uran sondern das viel gefährlichere Plutonium verwendet, was nicht nur für den Menschen um ein vielfacher giftiger ist, sondern auch länger "strahlt". Da hoffe ich natürlich sehr, es möge jemand diese verdammten Dinger abschalten, denn auch wenn Japan weit weg ist und wir schön die Augen verschließen könnten, bin ich doch der Überzeugung, dass wir alle unter einer Kuppel leben und so gemeinsam an einem Strang ziehen müssen!!! Denn und da passt dieser Spruch von Archibald MacLeish besonder gut:
"Wenn wir die Erde so sehen, wie sie wirklich ist, wie sie klein und blau und schön durch die unendliche Stille gleitet, dann erkennen wir, dass wir alle auf dieser strahlenden Schönheit durch die unendlich Kälte segeln wie Brüder - wie Brüder, denen jetzt entgültig klar ist, dass sie wahrhaft Brüder sind."
(Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, höre ich, dass auch ein drittes Atomkraftwerk Probleme bereitet)
Doch lasst uns doch mal die Weltkarte ansehen, und uns klarmachen wo und wie viele socher Kraftwerke um uns herum stehen:
Es sind gerade ca. 441 Atomreaktoren weltweit in Betrieb 205 davon alleine in Europa! Und Europa ist verdammt "eng" für eine solch "strahlende" Zukunft. Doch unsere liebe Kanzlerin Angela Merkel findet das alles nicht allzu beunruhigend, denn schließlich hat sie den Atomausstieg sogar aufgeschoben und das obwohl 47% der Stern Online Leser laut Umfragen schon immer gegen Atomkraft waren und 21% heute hinzugekommen sind, nachdem sie die Bilder aus Japan gesehen haben.
Doch die Kanzlerin beruhig ihr Volk und erzählt Märchen von ach so sicheren "modernen" Kraftwerken ( manche mehr als 25 Jahre alt!! ) Laut Wikipedia ereignen sich pro Jahr durchschnittlich 132 "Vorfälle" die mehr oder minder gefährlich sind. Mag sein, dass bisher noch nichts passiert ist, aber unser Leben ist und soll kein Glücksspiel sein und vor allem soll das ganze nicht auf Kosten unserer Kinder gehen. Denn es geht nicht nur um die unmittelbare Gefahr, die von den Kraftwerken ausgeht wie Austritt der Strahlung durch Kernschmelze, Naturkatastrophen, Terroranschläge (!davor ist kein Kraftwerk sicher!) Was ist mit dem radiaktiven Abfall? Wohin damit?
100 000 Jahre für uns eine unvorstellbare Zeit, doch die unterirdischen Betonbunker und die Abfallbehälter halten sicherlich nicht einmal halb solange durch!
Es muss endlich etwas passieren und es hat keinen Sinn dauernd mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir müssen als Vorbilder fungieren und darauf hoffen, dass sich auch andere Länder anschließen! Wir müssen endlich anfangen POLITIK zu machen und nicht das "kleinere Übel" zu wählen und zusehen wie nichts getan wird. Wir als VOLK haben das Sagen und wenn wir nicht gehört werden müssen wir lauter werden. Geht wählen, verändert etwas, nicht nur für uns sondern auch für unsere Kinder und Enkel, denn was für eine Welt erwartet sie?
Sonntag, Februar 20, 2011zeilenreisendeNo comments
Letzte Woche blieb das Gedicht aus weil es doch sehr stressig wurde, aber nun habe ich mich wieder auf die Suche begeben und habe etwas schönes gefunden:
Es handelt sich um ein Liebesgedicht, wenn nicht um DAS Liebesgedicht schlechthin. Zumindest in Russland, wo es Jahrzehnte lang ein Pflichtgedicht in der Schule war (Vielleicht ist es heute noch immer so ?!)
Es stammt aus der Feder von Alexander Puschkin (1799 bis 1837) und hier stelle ich es sowohl als Original und auch als Übersetzung von Eric Boerner:
Sonntag, Februar 06, 2011zeilenreisendeNo comments
Diesmal ist meine Wahl wieder einmal auf Erich Fried gefallen. Für mich persönlich DER Lyriker überhaupt. Vor allem seine Liebesgedichte haben es mir angetan...wahrscheinlich deswegen, weil seine Gefühle, seine Erfahrungen meinen nicht ganz unähnlich waren bzw. zum Teil noch heute sind. Und das folgende Gedicht ist doch so ziemlich die schönste Liebeserklärung, die man machen kann...
Sag in was schneide ich deinen Namen? In den Himmel? Der ist zu hoch In die Wolken? Die sind zu flüchtig In den Baum der gefällt und verbrannt wird? Ins Wasser das alles fortschwemmt? In die Erde die man zertritt und in der nur die Toten liegen? Sag in was schneide ich deinen Namen In mich und in mich und immer tiefer
Aus aktuellem Anlass bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, Euch jede Woche ein Gedicht vorzustellen. Warum?
Zunächst einmal hat Lyrik in meiner Familie Tradition. Mein Opa war ein Liebhaber schöner Gedichte, meine Mutter erzählte mir abends statt Märchen ebenfalls Gedichte und auch ich blieb nicht verschont und musste diese bereits mit drei Jahren auswendig lernen. Damals brachte es mich dazu die Bücher zu zerreissen...aber inzwischen bin auch ich ein großer Lyrik Fan :)
Der zweite Grund ist ganz einfach der, dass Lyrik immer mehr an Wert verliert. Jeder meint selbst Gedichte schreiben zu können, wenn er oder sie zwei Reime hervorzubringen vermag. Aber kann man das wirklich als Lyrik bezeichnen?! Heißt es, wir dürfen die großen Dichter abwerten, nur weil heutzutage jeder reimen kann?
Nein, und das möchte ich hier beweisen. Denn ein gutes Gedicht muss sich nicht reimen, ein gutes Gedicht muss nicht einmal etwas erzählen. Es muss lediglich tief sitzende Gefühle in uns wecken - und das ist die Kunst!
Aus aktuellem Anlass möchte ich Euch heute gleich zwei Gedichte vorstellen. Beide habe ich durch meine Lektüre von "Cassia & Ky - die Auswahl" entdeckt. Die beiden Jugendlichen leben in einer Zukunft, in der alles Unnütze verbannt worden ist. Die Kunst und Kultur auf 100 Stücke reduziert worden ist. "Die Gesellschaft" wählte einst die 100 schönsten Gedichte, die 100 schönste Gemälde und so weiter. Doch unverhofft erbt Cassia von seinem Großvater 2 weitere Gedichte....
das erste kommt in deutscher Übersetzung im Buch vor, leider nur in gekürzter Form, deswegen hier die volle Länge:
Geh nicht gelassen in die gute Nacht,
brenn, Alter, rase, wenn die Dämmerung lauert.
Im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht.
Weil kein Funken je ihr Wort erbracht,
Weise - gewiß, daß Dunkel rechtens dauert-,
gehn nicht gelassen in die gute Nacht.
Wer seines schwachen Tuns rühmt künftige Pracht
im Sinken, hätt nur grünes Blühn gedauert,
im Sterbelicht ist doppelt zornentfacht.
Wer jagt und preist der fliehenden Sonne Macht
und lernt zu spät, daß er sie nur betrauert,
geht nicht gelassen in die gute Nacht.
Wer todesnah erkennt im blinden Schacht,
daß Auge blind noch blitzt und froh erschauen,
im Sterbelicht ist doppelt zornentfacht.
Und du mein Vater dort auf der Todeswacht,
fluchsegne mich, von Tränenwut vermauert.
Geh nicht gelassen in die gute Nacht.
Im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht.
Dylan Thomas 1914 - 1953
Übersetzung: Erich Fried
Und hier das zweite Gedicht. Dieses habe ich in Originalsprache übernommen, denn nur so wirkt es auf einen. Auch finde ich keine schöne Übersetzung dazu...( ich vertraue halt nur Erich Fried ;) Wer aber etwas genauer wissen will, darf mich gerne fragen...
Crossing the Bar
Sunset and evening star,
And one clear call for me!
And may there be no moaning of the bar,
When I put out to sea,
But such a tide as moving seems asleep,
Too full for sound and foam,
When that which drew from out the boundless deep
Turns again home.
Twilight and evening bell,
And after that the dark!
And may there be no sadness of farewell,
When I embark;
For tho' from out our bourne of Time and Place
The flood may bear me far,
I hope to see my Pilot face to face
When I have crost the bar.
Donnerstag, Dezember 23, 2010zeilenreisendeNo comments
So, das ist nun das vorletzte Türchen und es gibt wieder einmal ein Gedicht und zwar von meinem absoluten Lieblingslyriker :) Es handelt sich jedoch um ein eher unbekanntes Werk:
Mittwoch, Dezember 22, 2010zeilenreisende3 comments
Ihr Lieben, ein Buch ist noch immer da!!! Schaut jetzt kurz vor Weihnachten keiner mehr rein? Oder stimmt etwas mit meiner E-Mail Adresse nicht ?! In dem Fall könnt Ihr auch hier posten! Von was ich da rede, steht hier
Heute gibt es kein Zitat, sondern ein ganz tolles Gedicht. Seit ich denken kann war es mein absolutes Lieblingsgedicht von .... das ist leicht, also von wem ?
Der Panther Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe