Donnerstag, 4. Oktober 2012

[Projekt 52] #39



Bei "Projekt 52" geht es darum, jeden Mittwoch ein Foto zu einem bestimmten Thema zu schießen und zu posten. Aber nicht irgend ein Foto! Immer am 1. werden 4 Themen bekannt gegeben, die man dann in dem jeweiligen Monat umzusetzen hat. Das soll die Teilnehmer dazu animieren zur Kamera zu greifen, anstatt bereits vorhandene Fotos hochzuladen. 

Sari von Mondgras veröffentlich monatlich neue Themen, da ich jedoch hinterher hinke, schreibe ich hier unten nur die auf, die ich heute nachhole  

                 Überbleibsel| Weite | Abenteuer | Wunderwelten | Pfui Teufel|


Gestern war es gewesen. Ganz wie früher, als wir noch klein waren und die Welt so groß, als jeder Tag ein Abenteuer in sich barg und wir täglich eine neue Rolle zu spielen hatten. Mal waren wir Schatzsucher, mal Krieger, mal Prinzen und Prinzessinnen - und gestern, da waren Pfadfinder. Nicht mehr so klein wie damals, deswegen hatte das Feuer umso größer zu sein. Und als es endlich brannte und loderte wurden Stöcke gespitzt und (Tofu)Würstchen darauf aufgespießt und gebraten. Genau wie früher landete die eine oder andere auch mal im Feuer, doch auch sie wurde sogleich und mit viel Gelächter herausgeholt, von der Asche geputzt und gegessen. Danach wurden Brote gegrillt und mit frischem Knoblauch eingerieben - früher hätte es unser Kindergaumen nicht erlaubt. 

Als das Feuer wieder kleiner wurde und die Glut in den Augen brannte, kamen die Kartoffeln ins Spiel, die wir mitten hinein warfen um sie schwarz und verkohlt nach einer Weile erneut aus demselbigen zu ernten. Mit Salz aßen wir sie, verschmierten unsere Münder und Hände. Doch keiner lachte darüber, man konnte ja schon lange nichts mehr erkennen. Und dann kamen sie, die wilden Tiere der Stadt heraus und schlichen um unser Feuer. Das Laub um uns herum raschelte, und als sich die Augen endlich vom Feuer abgewandt an die Dunkelheit gewöhnten konnten wir sie auch erkennen - die Igel und Katzen. 

Die Gespräche zogen sich bis in die Nacht hinein, doch diesmal wurde nicht von der Zukunft gesprochen, es wurde in der Vergangenheit geschwelgt. Vater uns Sohn saßen noch lange beieinander und genossen ihre Zweisamkeit während ich dem Feuer zugewandt daran dachte, dass sie es genießen sollten so lange es noch geht, denn nicht jeder hat die Chance  die Zeit mit den wichtigsten Menschen so intensiv und bewusst zu erleben. Und dann waren sie plötzlich da, die Tränen, sowohl in meinen als auch in den Augen der anderen, als hätte ich laut gedacht....


Die Fotos wurden nicht bearbeitet. 

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